Trotz der hohen Zahl an nachgewiesenen Neuinfektionen halten Experten den Höhepunkt der Corona-Herbstwelle in Oberösterreich für überschritten. Grund für die positive Einschätzung sind aktuelle Erkenntnisse aus dem breitflächigen Abwassermonitoring.
Zweimal pro Woche lässt das Land Oberösterreich bei 26 Kläranlagen Proben entnehmen. Dieses Corona-Abwassermonitoring liefert Informationen zur Zahl der sogenannten „fiktiven Ausscheider“ – also Personen, die das Virus in sich tragen, unabhängig davon, ob sie Symptome aufweisen oder getestet wurden.
Trend zeigt nach unten
Die Gegenüberstellung der beiden Linien in der Grafik zeigt: Während die Zahl der positiv Getesteten bis zuletzt anstieg, ist die Zahl der fiktiven Ausscheider seit einigen Tagen im Sinken begriffen. Laut Rene Silye, Leiter der Pathologie am Salzkammergutklinikum, wo die Proben im Labor untersucht werden, bedeutet das: Der Gipfel der Herbstwelle dürfte überschritten sein.
„Mittleres Risiko“ in OÖ
Interessanter Aspekt: Die Corona-Kommission hat Oberösterreich trotz der mit 1231,8 höchsten Sieben-Tage-Inzidenz aller Bundesländer (gemessen von 5. bis 11. Oktober) am Freitag nur ein „mittleres Risiko“ bescheinigt. Diese Einstufung erhält auch noch Vorarlberg, überall sonst herrscht „hohes“, in Wien sogar „sehr hohes Risiko“.
Der gute Wert für Oberösterreich hängt mit der Auslastung der Spitäler zusammen. Die ist mit 5,3 Prozent bei den Normalstationen so niedrig wie in keinem anderen Bundesland außer Vorarlberg (4%).
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