Trotz Bevölkerungswachstums ist SP-Stadtchef Klaus Luger bezüglich der neuesten Erhebung der Linzer Stadtforschung nicht zum Jubeln zumute: „Wir werden mit gesteuerter Zuwanderung dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken müssen.“
Eigentlich sollten die taufrischen Zahlen Stadtchef Klaus Luger (SPÖ) zum Jubeln anregen. Denn die neueste Erhebung der Linzer Stadtforschung, die sich mit den Zu- und Wegzügen von und nach Linz beschäftigt, zeichnet ein äußerst positives Bild. Der Einbruch des Coronajahres 2020 ist überwunden, es konnte wieder ein „Wanderungsgewinn“ – sprich mehr Zu- als Wegzüge – von 883 Personen erzielt werden. Wenngleich 1362 Inländer mehr Linz verlassen haben als zugezogen sind, liegt dieser Wert auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 2002. Die meisten Neo-Einwohner gewinnt die Stadt im Segment der jungen Erwachsenen zwischen 15 und 29 Jahren. Die höchsten Zuzüge wurden aus Syrien, Rumänien und Kroatien gezählt. Doch selbst die steigende Bevölkerungszahl kann den enormen Bedarf an rund 14.000 Arbeitskräften für Linzer Betriebe bis zum Jahr 2032 nicht kompensieren.
Auch in Nicht-EU-Ländern gibt es Arbeitskräfte zu rekrutieren. Wie etwa in Bosnien. Da gibt es 1000 Menschen, die können kein Englisch, kein Deutsch, aber exzellent schweißen.
Klaus Luger, Linzer SP-Bürgermeister
Luger fordert bundesweites Aktionsprogramm
„Eine Offensive für gesteuerte Zuwanderung könnte aus Sicht von Experten ein effizienter Hebel gegen den Arbeitskräftemangel sein. Vor allem aus Nicht-EU-Ländern sollen Beschäftigte mit einem Kombimodell aus rascher Beschäftigung, konkreter Integration und möglichem Familiennachzug zu uns geholt werden. Dies ist notwendig, um den Abfluss an Aufträgen an das Ausland zu stoppen“, führt das Linzer Stadtoberhaupt aus und meint weiter: „Früher wollte man nur hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anwerben, doch diese Zeiten sind vorbei. Man sieht es am besten am Beispiel Gastronomie. Da fehlen uns nicht nur Köche, sondern vor allem das Hilfspersonal.“
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