Di, 14. August 2018

Biblische Plage?

09.08.2011 13:17

Blutroter See löst in den USA Panik vor Weltuntergang aus

In den USA hat ein blutrot gefärbter See bei einigen strenggläubigen Christen Panik ausgelöst. Das Verwandeln von Wasser in Blut wird in der Bibel als Vorzeichen des jüngsten Gerichts und der damit einhergehenden Apokalypse beschreiben. Experten sehen allerdings einen ganz natürlichen Vorgang als Ursache des "göttlichen Zorns".

Wie die Website "LiveScience" berichtet, hatte sich der See in dem OC Fisher Reservoir in San Angelo State Park während der anhaltenden Dürre im US-Bundesstaat Texas blutrot gefärbt. Außerdem waren Fische und Alligatoren in großer Zahl verendet.

Der Prediger Paul Begley aus Indiana hatte die Farbänderung des Sees in Zusammenhang mit der biblischen Apokalypse gebracht und damit für einige Unruhe unter den gläubigen Amerikanern gesorgt. Zum Beweis hatte Begley Passagen aus dem Kapitel der Offenbarung in der Bibel zitiert.

Bibel: "Blut in Wasserquellen"
Dort heißt es: "Und der zweite Engel goss aus seiner Schale ins Meer; und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen im Meer starben." Und weiter: "Und der dritte Engel goss aus seiner Schale in die Wasserströme und in die Wasserquellen; und sie wurden zu Blut." Die Passage in der Offenbarung des Johannes behandelt die sieben göttlichen Plagen, die das Ende der Welt einleiten sollen.

In einigen Städten in Texas und Indiana begannen die Menschen nach der Ankündigung des Predigers mit Hamsterkäufen von Wasser und Lebensmitteln. Wie "Fox News" berichtete, riefen andere Prediger via TV dazu auf, sich taufen zu lassen und zu beten, da das Ende der Welt unmittelbar bevorstünde.

Bakterien schuld an rotem See
Experten sind jedoch anderer Meinung, was die rote Farbe des Sees betrifft. In Folge der langen Dürre trocknete das Gewässer fast vollständig aus und stagnierte, das heißt, dem Wasser wurde kein neuer Sauerstoff zugeführt. Für die sogenannten Chromatiaceae-Bakterien ist ein solcher Zustand im wahrsten Sinn des Wortes ein gefundenes Fressen. Sie können Hitze, Kälte oder auch Strahlungen trotzen und sich in solchen Situationen problemlos ausbreiten.

Außerdem zersetzen sie das Bodenmaterial und entziehen dem Wasser weiter Sauerstoff. Für die Photosynthese unter solchen Extrembedingungen verwenden sie Pigmente wie Bakteriochlorophylle und Carotinoide. Diese verleihen den Mikroben eine charakteristische rote Farbe. Die fortschreitende Vermehrung der sogenannten "Purpurbakterien" erklärt, warum sich die Farbe des Sees verändert hat.

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