Wie viel kostet die Freiheit? Für uns alle ist sie unbezahlbar, aber bei Kriegsflüchtlingen hängt ein Etikett an jedem einzelnen Schicksal. Mein Fahrer Ahmad kann die Frage mit einer klaren Summe beantworten.
„Umgerechnet waren es 7500 Dollar. Für mich, meine Frau und unsere fünf Töchter. Wir hatten bei diesem Preis noch ziemlich viel Glück.“ Bis die siebenköpfige Familie 2016 in Österreich ankam, musste sie eine mehrmonatige Odyssee durchleben. Ahmad war jahrelang selbstständig mit einem Geschäft in Homs tätig, bis die syrische Armee seine Heimatstadt 2011 zu bombardieren begann. „Wir sind zuerst mit dem Boot nach Griechenland gefahren und von dort alles zu Fuß gegangen.“
Über Nordmazedonien und den Kosovo, Serbien, Kroatien und Slowenien ging es nach Graz und Wien. Das endgültige Ziel wäre Deutschland, doch das Schicksal lässt Ahmad und seine Familie in Wien verweilen. „Zwei meiner Töchter wurden schwer krank, als wir gerade hier waren. Wir konnten nicht weiter, aber die medizinische Versorgung war unglaublich. Zudem sind die Leute sehr nett und hilfsbereit, also sind wir geblieben.“
Jahrelang fährt er Uber, während seine Frau nach einiger Zeit einen Job im Verkauf bei einer bekannten Modekette in der City findet. „Wir kommen sehr gut zurecht, und auch die Kinder waren schnell integriert.“ Dass Ahmad nach einer Novelle aber auch als Mietwagenfahrer den Taxischein machen musste, warf ihn nur kurz aus der Bahn.
Für den Endvierziger ist der Schein nicht nur ein behördlicher Nachweis für die legale Berufsausübung, sondern ein weiteres Stück zu einer Freiheit, die noch vor wenigen Jahren unerreichbar schien. Was nicht zuletzt uns allen in Erinnerung ruft: Jede Freiheit hat ihren Preis










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