Mühlviertel

Ein guter Hopfen, aber deutlich weniger Tonnen

Oberösterreich
22.09.2022 12:00

Die Hopfenernte fällt unterdurchschnittlich aus. Regen in den vergangenen Tagen lässt Trocknungskosten steigen. Die Energiekrise schlägt auch hier zu.

In den letzten drei Wochen wurde im Mühlviertel der Hopfen geerntet. Rund 35 Landwirte kultivieren die goldenen Dolden auf rund 168 Hektar, ihr Hopfen deckt bis zu 40 Prozent des Bedarfs in den österreichischen Brauereien.

Zuversicht zerbröckelt
Doch heuer kennt man ihnen die Enttäuschung an: „Zuerst dachten wir, der heiße Sommer konnte den meisten Sorten nichts anhaben. Doch jetzt ist klar: Unsere Ernte liegt unter dem Durchschnitt“, sagt Manuel Starlinger, Sprecher der Hopfengenossenschaft, mit Sitz in Neufelden, Bezirk Rohrbach. Bisher lag der Ertrag stets bei rund 270 Tonnen, heuer wird es deutlich weniger sein. Die endgültige Bilanz steht aber noch aus.

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Wir haben Mehrkosten von 21 bis 22 Prozent durch die Preissteigerungen bei den Düngemitteln und auch bei der Trocknung. Aber beim Bier sind in erster Linie Malz und Energie die Preistreiber und nicht der Hopfen.

Manuel Starlinger, Hopfenbaugenossenschaft Neufelden

Wieder spielt Energie große Rolle
Derzeit wird der Hopfen getrocknet: „Der heftige Regen zuletzt war nicht nur lästig beim Ernten, sondern wir brauchen fürs Trocknen auch mehr Öl oder Hackschnitzel“, lässt Starlinger durchblicken. Bei der angespannten Energielage lässt auch das „die Produktionskosten um 20 bis 25 Prozent steigen. Und damit wird der Hopfen mindestens um diesen Prozentsatz teurer werden“, ist Helmut Feitzlmayr von der Landwirtschaftskammer überzeugt.
Im Bierglas ist das aber kaum spürbar: „ In erster Linie sind das Malz und die Energie bei der Bierherstellung die Preistreiber, nicht aber der Hopfen“, bekräftigt Starlinger.

„Gallisches Dorf“
Die große Bierpreiserhöhung trat bereits am 1. September ein, wir haben darüber berichtet. Nur die Brauerei Hofstetten in St. Martin im Mühlviertel blieb zuerst standhaft wie das „gallische Dorf“. Jetzt zog sie nach – mit Fairness. „Statt einer allgemeinen Preiserhöhung haben wir uns für einen temporären Energiezuschlag entschieden, welcher im Fall sinkender Strompreise angepasst oder gänzlich zurückgenommen werden kann“, erklärt Braumeister Peter Krammer.

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