Nach Buch von Polizist
Maddies Eltern scheitern bei Rufschädigungsklage
15 Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter Maddie haben Kate und Gerry McCann eine Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erlitten. Ein Ermittler hatte die Eltern beschuldigt, selbst in das Verschwinden ihrer Tochter involviert gewesen zu sein. Das Gericht entschied nun, dass dadurch ihr Recht auf Schutz des privaten Familienlebens nicht verletzt worden sei.
Der portugiesische Ex-Ermittlers Goncalo Amaral hatte ein Buch über den spektakulären Fall geschrieben. Darin verdächtigte er das britische Ehepaar McCann, die Entführung nur inszeniert zu haben, um ihre Spuren zu verwischen, nachdem Maddie durch einen Unfall verstorben war.
Die Eltern klagten, da sie ihr Recht auf Schutz des privaten Familienlebens durch diese Behauptungen verletzt sahen. Das sah das Gericht anders: Der mögliche Image-Schaden der McCanns sei wenn dann dadurch entstanden, dass zeitweise gegen sie ermittelt worden sei - nicht durch Amarals Veröffentlichung. Man habe die Auswirkungen auf die McCanns auch gegen die Meinungsfreiheit des Autors abwägen müssen, hieß es aus Straßburg. Das Paar hat nun drei Monate Zeit, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen.
Während Abendessen aus Hotelzimmer verschwunden
Am 3. Mai 2007 verschwand die damals dreijährige Britin Madeleine - auch Maddie genannt - aus einem Ferienappartement im portugiesischen Praia da Luz. Die Eltern hatten Maddie und ihre beiden jüngeren Geschwister im Appartement gelassen, als sie in einem nahe gelegenen Restaurant mit Freunden zu Abend aßen. Regelmäßig schauten sie nach den Kindern - bis die Mutter plötzlich entsetzt feststellte: Maddies Bett war leer, und die Terrassentür stand offen. Seitdem fehlt von dem Mädchen jede Spur.
Verdächtiger in Deutschland in Haft
Ermittler gehen davon aus, dass der Deutsche Christian B. Maddie entführte und umbrachte. Es gibt viele Hinweise, aber die Beweiskette ist nicht geschlossen, und es gilt der Grundsatz der Unschuldsvermutung. Derzeit sitzt der Verdächtige in einem Gefängnis in Deutschland eine mehrjährige Haftstrafe für die Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Amerikanerin im Jahr 2005 in Praia da Luz ab.

















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