Eine Steirerin (41) soll als Zahnarztassistentin in Eigenregie unbefugt Patienten behandelt haben. Seit 2018 läuft in Graz der Prozess. Am Mittwoch kamen die ersten Opfer zu Wort.
Auf hochhackigen Schuhen und gehüllt in eine Parfumwolke erscheint die 41-jährige Blondine am Mittwoch vor Gericht. Bereits seit 2018 steht sie wegen Kurpfuscherei, schwerem gewerbsmäßigem Betrug und schwerer Körperverletzung in Graz vor Gericht. Da die Frau aus gesundheitlichen Gründen zwischenzeitlich verhandlungsunfähig war, kam es zuletzt zu einer langen Prozessunterbrechung.
Ohne Befugnis gebohrt und Füllungen gemacht
2015 flog die Zahnarztassistentin auf. In einer Praxis in der Südsteiermark soll sie - ohne entsprechende Ausbildung - an den Zähnen ihrer Patienten herumgebohrt, Füllungen gemacht und Zahnspangen eingesetzt haben. Das neue Ärztezentrum hatte sie damals offenbar selbst organisiert. Die Besetzung fluktuierte stark, Zahnärzte kamen und gingen.
„Erst von Polizei erfahren, dass sie keine Ärztin ist“
„Sie sprachen teilweise kein Deutsch“, berichtet am Mittwoch eine ehemalige Patientin Richterin Elisabeth Juschitz. Ihr erstes Beratungsgespräch hatte sie 2014 „mit einer blonden Dame, von der ich der Meinung war, dass sie die Zahnärztin ist.“ Erst von der Polizei habe sie erfahren, dass dem nicht so war.
Ich dachte bis zum Schluss, dass sie die Zahnärztin ist.
Eines der Opfer vor Gericht
Ihre gesamte kieferorthopädische Behandlung sei von der Angeklagten durchgeführt worden. „Ausschließlich“, so die Zeugin. Lediglich bei einem Implantat waren dann zwei ausländische Ärzte dabei. Weil das Implantat aber locker wurde, musste es entfernt werden. „Danach wollte ich keines mehr.“ Dass auf ihren Rechnungen die Namen verschiedenster Ärzte standen, sei ihr nicht aufgefallen. „Es waren einfach zu viele.“
Die 41-Jährige beteuerte stets ihre Unschuld: „Ich habe nur Aufträge durchgeführt, die mir von den Ärzten aufgetragen wurden.“ Anfang Oktober soll der Prozess weitergehen.









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