Honda ist der größte Motorradhersteller der Welt - doch ein Elektromotorrad findet sich bisher nicht im Privatkunden-Portfolio. Das wird sich jedoch sehr bald ändern: Allein in den nächsten drei Jahren wollen die Japaner mindestens zehn elektrisch angetriebene Motorräder, Mopeds und Roller auf den Markt bringen.
Damit ist Honda der erste große Hersteller, der eine klare Ansage Richtung Elektrifizierung macht. Klar ist aber auch: Es werden auch weiterhin Verbrennungsmotoren entwickelt.
Als Marktführer will Honda „auch bei der Realisierung der Klimaneutralität führend sein, indem die Marke weiterhin dasselbe Niveau an Fahrspaß mit seinen Elektromotorrädern umsetzen wird, und indem Produkte mit Mehrwert angeboten werden, die sich die hohe Kompatibilität von Softwaretechnologien und elektrifizierten Modellen zu Nutze machen“, hieß es nach der Bekanntgabe der neuen Strategie.
Vom kleinen Commuter bis zum großen Spaß-Motorrad
Bis 2025 will Honda eine Million E-Motorräder absetzen, 3,5 Millionen Stück bis 2030 (das entspricht 15 % der insgesamt verkauften Einheiten). Den Löwenanteil werden dabei kleine Commuter-Modelle ausmachen, aber es wurden auch große Fun-Modelle angekündigt.
Insbesondere in aufstrebenden Märkten, in denen Kunden auf ihr Bike als Fortbewegungsmittel im Alltag vertrauen, stellt der Umstieg auf elektrische Modelle in Bezug auf Aspekte wie Gewicht und Preis eine Herausforderung dar. Honda sieht die Nachfrage nach Elektro-Modellen stark in Abhängigkeit von staatlichen Anreizen, Vorschriften sowie verfügbarer Ladeinfrastruktur.
Verbrenner für klimafreundlichen Sprit
Hondas erklärtes Ziel ist es, in den 2040er Jahren Klimaneutralität bei all seinen Motorrad-Produkten zu erreichen „und gleichzeitig die breite Palette an Kundenanforderungen und Nutzungsbedürfnissen zu erfüllen, welche den Motorradbereich auszeichnen“. Dazu sollen Initiativen zur Reduzierung der CO2-Emissionen von Verbrennungsmotoren fortgesetzt und gleichzeitig Modelle entwickelt werden, die mit kohlenstoffneutralen Kraftstoffen wie Benzin-Ethanol-Mischungen betrieben werden.
Elektro-Bikes mit Austauschbatterie
Honda hat in großem Stil bereits die Post in Japan und Vietnam mit E-Rollern ausgerüstet, deren Akkus austauschbar sind. Zusätzlich laufen Tests in Thailand, wo der erste E-Roller in den kommenden Wochen in den Verkauf starten soll.
Viele Modelle für Privatkunden
Für den privaten Bereich werden nun eine ganze Reihe Modelle entwickelt, von Elektro-Mofas (EM) mit einem Höchsttempo von 25 km/h über E-Mopeds bzw. -Roller (EB), die bis zu 50 km/h laufen, bis hin zu elektrischen Motorrädern. Quer über die Märkte Asien, Europa und Japan sind zwischen 2024 und 2025 drei Commuter-EVs sowie bereits bis 2024 fünf kompakte und erschwingliche EM- und EB-Modelle geplant. Übrigens: Über 90 % des derzeit weltweiten Marktes für elektrisch betriebene Motorräder (rund 50 Millionen Einheiten) besteht aus EMs und EBs.
Elektro-Motorräder „im Fun-Segment“ sollen nur in Japan, den USA und Europa eingeführt werden. Hierfür wird gerade eine eigene Plattform entwickelt, die 2024/2025 Basis dreier neuer Modelle sein soll. Zusätzlich sind Fun-EV-Modelle für Kinder geplant.
Technische Einzelheiten werden noch nicht genannt, aber Honda arbeitet an der Standardisierung von austauschbaren Batterien. Zudem ist von weit reichender Vernetzung die Rede.
Das kommt in Europa
Natürlich kommen nicht alle genannten Modelle auch in Europa auf den Markt, und schon gar nicht in Österreich. Ganz genau lässt sich Honda nicht in die Karten schauen, aber für Europa sind „mindestens drei elektrisch angetriebene Modelle geplant, die 2025 auf den Markt kommen sollen“. Konkret soll das ein Elektroroller, ein Elektromoped (bis 50 km/h) sowie ein großes Fun-Bike sein.









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