Im Vergleich zu 2021 sind die Umsätze der Vorarlberger Händler im ersten Halbjahr des laufenden Jahres zwar um 12,7 Prozent gestiegen, das satte Plus wird allerdings von den steigenden Kosten aufgefressen.
Eine Umsatzsteigerung von 12,7 Prozent - das klingt auf den ersten Blick sehr erfreulich. Bei genauerer Betrachtung relativiert sich die scheinbare Erfolgsmeldung aber merklich: Zum einen liegen die Umsätze in vielen der diversen Handelssparten noch deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie, zum anderen macht die Teuerung den Händlern zu schaffen - vom nominellen Wachstum bleibt ihnen unterm Strich kaum etwas. Auffallend ist, dass die wirtschaftliche Erholung im Handel in Vorarlberg weit schleppender verläuft als in anderen Bundesländern. Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer, kennt die Gründe dafür: „Nach wie vor kommen weniger Menschen aus der benachbarten Schweiz und Liechtenstein - diese Einnahmen fehlen.“ Zudem würden immer mehr Kunden zur Online-Konkurrenz abwandern: „Wie die kürzlich veröffentlichte Kaufkraftstrom- und Einzelhandelsstrukturanalyse für Vorarlberg zeigt, resultieren bereits mehr als 50 Prozent der Abflüsse aus dem Online-Handel.“
Nach wie vor kommen weniger Menschen aus der benachbarten Schweiz und Liechtenstein – diese Einnahmen fehlen.
Carina Pollhammer, Spartenobfrau Handel
Großes Kopfzerbrechen bereitet der Branche der teils eklatante Personalmangel: „Wir haben in allen Bereichen des Handels damit zu kämpfen“, klagt Pollhammer, „die Situation ist sehr belastend für unsere Betriebe und deren Mitarbeitende.“ Die Kunden würden immer öfters mit Unverständnis auf personelle Engpässe und Lieferverzögerungen reagieren: „Leider fehlt es an Wertschätzung und Respekt.“
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