ACH, ÜBRIGENS...

¿Quiere ser multimillonario?

Vorarlberg
15.08.2022 07:06

„Krone Vorarlberg“-Kolumnist Harald Petermichl hat sich für die neueste Ausgabe von „Ach, übrigens...“ mit den Schuldenpaketen, welche von den ganz Großen unter den Fußballvereinen herumgetragen werden, beschäftigt. Aber auch damit, dass dieselben Vereine ihre Spieler immer noch für unglaubliche Summen erwerben.

Als die UEFA vor dreieinhalb Jahren ihren Benchmark-Bericht veröffentlichte, fand sich darin eine Auflistung, wer im europäischen Fußball die Spitzenreiter in Sachen Schulden oder - euphemistisch gesagt - Verbindlichkeiten waren: Auf Platz eins rangierte Manchester United mit 459 Millionen Miesen, knapp gefolgt von Inter Mailand und Atlético Madrid, die mit 438 bzw. 391 Millionen in der Kreide standen. Unter den Top 20 fanden sich viele übliche Verdächtige, aber auch Clubs, die man spontan nicht dort gewähnt hätte, wie Sunderland AFC (185 Mio.) oder FC Kopenhagen (143 Mio.). Aus dem deutschsprachigen Raum hatten es nur die Knappen vom Schalker Markt geschafft, wenigstens in dieser Rangliste einen achtbaren Platz zu ergattern.

13,78 Tonnen 100er-Scheine fehlen
Bedenklich, um nicht zu sagen undurchsichtig, war, dass weder Real Madrid noch der FC Barcelona in dieser Übersicht auftauchten, wurde doch schon lange gemunkelt, die beiden seien nicht gerade ein Ausbund an Seriosität im Umgang mit dem Kleingeld in der Vereinsschatulle. Zumindest was Barça betrifft, ist neulich etwas Licht ins Dunkel gekommen, denn dass es hinter den Pyrenäen um 1,35 Milliarden Schulden geht, ist allgemeiner Konsens. Ganz schön viel Zaster, der bei einer Stückelung in 100 Euro-Scheinen stolze 13,78 Tonnen auf die Waage brächte, letztlich aber kein Grund zur Aufregung, denn bei einer sofort beginnenden Tilgung mit einer Monatsrate von einer Million ist die Lappalie im Jänner 2135 erledigt und kein Gallo kräht mehr danach.

Blöd an der Sache ist nur, dass die Katalanen mit Lewandowski, Raphinha und Koundé gerade erst neue aufstrebende Mitarbeiter für geschätzte 150 Millionen käuflich erworben haben, was die Kredittilgung auf Juli 2147 hinauszögern würde. Mit katalanischem Einfallsreichtum versucht man nun, sich mit dem Verkauf von Lizenzrechten und Spielern sowie mit Gehaltskürzungen beim bestehenden Personal etwas Luft zu verschaffen. Allerdings hat der ausgerechnet in Madrid ansässige Radiosender COPE kürzlich wegen der für Laien völlig undurchsichtigen Finanzkonstruktionen von Barça auch noch den Vorwurf der Bilanzfälschung in den Raum gestellt, was zu einem hochinteressanten Auftakt in La Liga führen könnte. Irgendwie scheint es aber eh niemanden zu stören, dass ein Fußballverein dieselbe Summe, die der Freistaat Bayern im Jahr 2021 für Sozialleistungen ausgegeben hat, ungeniert als Schuldenpaket mit sich herumträgt und seine Neuzugänge dennoch weiterhin nicht vom Discounter bezieht. So ist das wohl im heutigen Fußball.

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