Kann eine Frau, die ihr eigenes Kind, ein vier Monate altes Baby, beinahe zu Tode geschüttelt hätte, eine liebevolle Mutter sein? „Nein“, stellte „Krone“-Postler Michael Jeannée am Tag nach dem Bekanntwerden des grausamen Vorfalles eindeutig fest. „Ihr Umfeld spricht von einer liebevollen Mutter. Sie hat einen Nervenzusammenbruch erlitten. Die Familie hält jedenfalls weiterhin fest zu ihr“, spricht nun hingegen die Anwältin der Frau zum ersten Mal über das Drama. Natürlich: Ihr Job ist es, die 28-Jährige, die nun in Untersuchungshaft sitzt, zu verteidigen. Und dennoch: Alleingelassen mit der Aufgabe, ein Leben zu schützen und zu formen. Der gesellschaftliche Druck, eine perfekte Mutter zu sein. Die Blicke in der Öffentlichkeit, wenn das Kleine nicht zu schreien aufhört. Monatelanger Schlafentzug. Hormoneller Ausnahmezustand. Mütter haben ein Recht darauf, überfordert zu sein. Die Gesellschaft verweigert es ihnen allzu oft. Nehmen wir diesen grausamen Vorfall zum Anlass, das zu ändern.
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