An der Krebsstation der Innsbrucker Kinderklinik können die Jüngsten in der Therapie dank eines neuen Computerprogramms sofort und jederzeit Rückmeldung geben. Was das bringt? Mehr Vertrauen zu den Ärzten und bessere Behandlungserfolge. Das zeigen erste Auswertungen.
Der Hals schmerzt, aber der Arzt kann bei der Untersuchung noch keine Veränderungen erkennen. Bei einer Schleimhautentzündung ist das nicht selten der Fall. Diese Entzündung ist gängige Begleiterscheinung einer Krebstherapie bei Kindern. Sie kann rasch behoben werden, wenn der Arzt sofort von den auftretenden Schmerzen erfährt.
Mithilfe eines Fragebogens wird beschrieben, wie die Therapie wirkt
Das Beispiel zeigt, wie wichtig ständiger Austausch ist. Doch in der Praxis ist das nicht immer möglich. An der Innsbrucker Kinderklinik seit Kurzem schon: Jeder junge Krebspatient hat einen direkten Draht zu seinem Arzt - 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche.
Ein Team um Roman Crazzolara, leitender Oberarzt an der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie, hat dafür ein Telemonitoring-Programm entwickelt. Mithilfe eines Fragebogens beschreiben die jungen Krebspatienten oder ihre Eltern, wie die Therapie vertragen wird. „Zusätzlich fragen wir einmal pro Monat generell ab, wie es dem Kind mit der Behandlung geht, ob es etwa Angst vor Nadeln oder andere Sorgen hat. So können wir rasch Anpassungen vornehmen“, sagt Crazzolara.
„Wir können dank Telemonitoring früher eingreifen.“
Die Online-Fragebögen sind altersgerecht gestaltet und wurden bereits getestet. Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend: Kinder und Eltern nehmen das Angebot gerne an, das Vertrauen zwischen Arzt und Patient wird gestärkt. „Und wir können früher eingreifen, wenn Veränderungen da sind“, nennt Crazzolara einen wesentlichen Vorteil.
Das Projekt wird nun weiter ausgebaut und könnte Vorbild für andere Krankenhäuser werden.
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