Covid-Infizierte ohne Symptome sind ab sofort nicht mehr daheim eingesperrt. Branchenvertreter sehen das kritisch. Auch die Wiener äußern Bedenken.
Jetzt ist sie also Geschichte, die gesetzliche Quarantäne nach einem positiven Coronavirus-Test. Hat man keine Symptome, dürfen die eigenen vier Wände seit gestern verlassen werden. Verkehrsbeschränkungen als neue Lösung zur Bewältigung der Pandemie? Auch in Restaurants haben ab sofort sowohl infizierte Gäste als auch infiziertes Personal Zutritt.
Die Skepsis unter den Gastronomen ist groß. Ich würde mich nicht gern von einem positiv getesteten Kellner bedienen lassen.
Gastro-Sprecher Peter Dobcak
„Einige Gastronomen werden wohl von der neuen Regel Gebrauch machen, aber auch einfach weil in der Gastro ohnehin Personal fehlt und man durch vermehrte Krankenstände nochmals schlechter da steht“, sagt Gastro-Sprecher Peter Dobcak. Doch würde das Quarantäne-Aus für viele Diskussionen sorgen. Dobcak gibt zu bedenken: „Wollen Sie sich von einem infizierten Kellner bedienen lassen? Ich nicht.“
Höchstens die Sekretärin darf mit positivem Test in die Arbeit kommen. Den Kellnern und Köchen ist der Zutritt in mein Lokal strengstens untersagt. Bei meinen Gästen setze ich ebenfalls auf Vernunft.
Gastronom Harald Leupold
Ähnlich sieht das Harald Leupold, der ein Wirtshaus in der Innenstadt betreibt. „Höchstens die Sekretärin darf mit positivem Test in die Arbeit kommen. Den Kellnern und Köchen ist der Zutritt in mein Lokal strengstens untersagt“, sagt der langjährige Gastronom. Bei den Gästen hoffe er auf Vernunft und Eigenverantwortung. „Aber es wird mir ja niemand auf die Nase binden, dass er trotz Infektion zu mir essen kommt“, so Harald Leupold. Er habe auch viele ältere Stammgäste, die das Wirtshaus seit Corona meiden, die Angst vor einer Ansteckung könnte jetzt noch größer werden, befürchtet der Wirt.
Ich halte von dem Quarantäne-Aus gar nichts, und ich glaube auch nicht, dass Infizierte mit Maske trainieren gehen werden.
John Harris-Chef Ernst Minar
In die gleiche Kerbe schlägt John-Harris-Boss Ernst Minar, der in Wien acht Fitnessstudios hat: „Ich denke nicht, dass Infizierte mit Maske trainieren und zum Sport gehen werden. Positive Mitarbeiter dürfen bei mir jedenfalls nicht arbeiten kommen.“
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