Saison-Bilanz

Warum sich Touristen um Wiener Ballkarten reißen

Wien
18.02.2026 18:00

Die vergegangene Wiener Ballsaison brach wieder Rekorde – auch beim Anteil von Gästen aus dem Ausland. Exakt deshalb sollen Wiener Vorrang bei den Ballkarten haben. Die Ballveranstalter sehen im positiven Echo im Ausland aber auch positive Auswirkungen auf die Ballkultur in Wien selbst.

Einen Rekord bei Besucherzahlen und Umsatz hat die vergangene Ballsaison gebracht: 605.000 Besucher waren um 5000 mehr als das bisherige Maximum und 35.000 mehr als im Vorjahr. Sie sorgten für 240 Millionen Euro Umsatz bei den Veranstaltern, ein Plus von 35 Millionen.

Ein Drittel Gäste aus dem Ausland
Der Umsatz könnte über die Umwegrentabilität sogar noch größer sein, denn ausländische Gäste lassen nicht nur einen Abend lang Geld in der Stadt, sondern meist mehrere Tage lang, Hotelzimmer gar nicht mitgerechnet. Auch ihre Zahl hat mit 32,7 Prozent an der Gesamtbesucherzahl einen neuen Rekord erreicht – aber mehr sollen es nicht werden.

(Bild: Krone KREATIV/Eva Manhart)

Bei ihrer Saisonbilanz versprachen Wirtschaftskammer-Spartenobmann Dominic Schmid und Tanzschul-Doyen Thomas Schäfer-Elmayer, dass fast alle Veranstalter zwei Drittel der Ballkarten vor allem für Wiener – Gäste aus den Bundesländern bleiben selten – reservieren. Das hat wenig mit Lokalpatriotismus und viel damit zu tun, dass Wiener Bälle tatsächlich Wiener Bälle bleiben sollen – gerade wegen der Gäste aus dem Ausland.

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Die Wiener Bevölkerung ist das, was Wiener Bälle ausmacht. Das kann man nicht kopieren oder sonst irgendwohin transferieren.

Tanzschulbesitzer und Veranstalter Thomas Schäfer-Elmayer

Regelmäßig „überrascht, dass das so ein Vergnügen ist“, seien Nicht-Wiener nach ihrer ersten Ballerfahrung, erzählt Schäfer-Elmayer. Zum ersten Mal kämen sie wegen des Images, aber wiederkommen wollten sie, weil Bälle nicht wie erwartet „steif und formell“ seien, und weil Walzer auch einfacher sei als gedacht.

„Das sind die Ballbesucher von morgen“
Die Popularität von Wiener Bällen bei Stars, Sternchen und Influencern aus aller Welt hat aus Schmids Sicht auch für Wiens Nachwuchs etwas Gutes: „Das spricht 14- bis 16-Jährige an, das sind die Ballbesucher von morgen.“ Schäfer-Elmayer pflichtet bei, zeigt stolz auf ein Foto von einer Menschenschlange vor seiner Tanzschule bei der Anmeldung zum Jugendkurs: „Dass sich Jugendliche heute für das interessieren, was wir hier zu bieten haben, ist ja auf den ersten Blick nicht eingängig.“

Thomas Schäfer-Elmayer und Dominic Schmid zogen Bilanz
Thomas Schäfer-Elmayer und Dominic Schmid zogen Bilanz(Bild: Eva Manhart)

Und vielleicht liegt es ja auch an Selfies und Social Media, dass er beobachtet: „Die Garderoben sind heute wesentlich eleganter als früher.“Je mehr Pflaster, desto wienerischer der BallTraditionsbälle mit überwiegend Wiener Publikum gebe es zudem noch genug, zählen beide auf: den Juristenball etwa oder das Elmayer-Kränzchen der Tanzschule selbst: Auf keinem anderen Ball würden die Sanitäter so viele Blasenpflaster für die Füße verteilen wie dort.

Und nicht zuletzt bietet das „Komitee der Wiener Nobel- und Traditionsbälle“ eine Garantie für das Bewahren des Urwienerischen der Ballkultur. Deren erste Sitzung für die kommende Saison findet traditionellerweise am Donnerstag nach dem Aschermittwoch statt. Auf die Frage, was da immer vordringlich besprochen werde, kommt die Antwort: „Alle jammern.“

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