
Das 100 Meter lange und zehn Meter hohe Panoramagemälde der Schlacht bei Murten wird an der ETH Lausanne digitalisiert. Das jahrzehntelang in einem Militärlager aufbewahrte Bild soll so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Aus dem Projekt wird eines der größten jemals produzierten digitalen Bilder entstehen.
„Soweit bisher bekannt ist, wird dieses Werk mit 1600 Gigapixeln das größte nahtlose Einzelbild sein, das jemals erstellt wurde. Das sind 1,6 Billionen Pixel, also Bildelemente“, so Sarah Kenderdine, Leiterin des Labors für experimentelle Museologie, in einer Mitteilung der Hochschule vom Donnerstag. Sie leitet die Arbeiten der Digitalisierung und Aufbereitung des Panoramabilds.
Vor der Digitalisierung analysieren die Forschenden das Panoramabild derzeit auf seinen Zustand. Für beide Arbeiten wird eine große mechanische Plattform benötigt, auf der die Restauratoren über dem Gemälde arbeiten können, sowie eine Kameraausrüstung, mit der etwa 400.000 Bilder von der Oberfläche des Gemäldes aufgenommen werden können.
Für die Bildgebung wird demnach eine 150-Megapixel-Kamera mit einem 120-mm-Objektiv verwendet. Diese wurde speziell für hochauflösende Digitalisierungsprojekte entwickelt. Ziel ist es, den digitalen Zwilling des Gemäldes rechtzeitig zum 550. Jahrestag der Schlacht im Jahr 2026 zu erstellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
1000 Quadratmeter großer Nationalschatz
Das 1893 vom deutschen Maler Louis Braun geschaffene Gemälde stellt den Moment dar, in dem die Schweizer Eidgenossen während der Belagerung der Stadt Murten durch das Herzogtums Burgund im Jahr 1476 die Oberhand gewinnen. Es ist noch nie dauerhaft der Öffentlichkeit präsentiert worden.
Nach einer kurzen Ausstellung in Zürich und Genf im späten 19. Jahrhundert und an der Schweizerischen Landesausstellung 2002 (Expo.02) hat das Werk die vergangenen 20 Jahre in einem Militärlager im Berner Oberland verbracht. Welche Schwierigkeiten sich beim Ausstellen solcher Panoramen ergeben können, zeigte sich in Österreich etwa am rund 1000 Quadratmeter großen Innsbrucker Riesenrundgemälde, dessen Übersiedlung ins Tirol Panorama am Bergisel im Jahr 2010 wegen denkmalschützerischer Aspekte und Kostengründen für Furore sorgte.













Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).