Weniger als im Vorjahr, aber doch viele Tiroler Eltern wollen ihre Kinder von der öffentlichen Schule abmelden und selbst unterrichten. „Ein problematischer Trend“, wie Fachleute sagen. Ein Trend, der im abgelaufenen Jahr für viele Sitzenbleiber sorgte.
Eigentlich hatten Bildungs-LR Beate Palfrader und Tirols Bildungsdirektor Paul Gappmaier gehofft, dass sich das Thema rasch von selbst erledigt. Doch so ist es nicht. Denn auch heuer wollen viele Eltern ihre Schützlinge von der öffentlichen Schule abmelden und daheim unterrichten.
Zahl deutliche höher als vor der Pandemie
„Aktuell liegen 358 Anträge bei uns auf“, heißt es auf „Krone“-Anfrage aus der Bildungsdirektion. Ein paar von ihnen werden wohl noch wegfallen, weil die Behörde unter Umständen häuslichen Unterricht untersagen kann. Dennoch: Die Zahl ist deutlich höher als vor der Pandemie, aber geringer als im Vorjahr mit 458 Fällen. Die Unzufriedenheit vieler Eltern mit den Corona-Regeln wird als Grund für die Entwicklung genannt. Als „problematisch“ bezeichnete Gappmaier den Trend in einem Gespräch mit der „Krone“. So sieht es auch Palfrader. Doch bisher war sie zuversichtlich, dass der Trend nicht anhält.
100 kamen zurück, 100 schafften Prüfung nicht
Was die Landesrätin zuversichtlich machte, sind die Erfahrungen des abgelaufenen Schuljahres. Wie berichtet, waren zum Start 458 Kinder abgemeldet. Doch schon nach einigen Wochen kehrten 100 Kinder zurück in die Schule. Wohl, weil die Eltern die Bildungsaufgabe unterschätzt hatten. Unterschätzt haben sie auch die Eltern jener 100 Kinder, die am Ende des Jahres die obligatorische Externistenprüfung nicht schafften. Diese Kinder müssen nun das Jahr in der Schule wiederholen.
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