Eine neue Öko-Verordnung ist in Wiener Neustadt in Sachen Wohnbau geplant. Die Minireform mit Baumpflanzungen, „Urban Gardening“ und Fahrradplätzen soll zwar ab Herbst ein umweltpolitischer Meilenstein sein, dürfte aber eher in die Kategorie „Greenwashing“ fallen.
Wer sich noch fragt, warum NÖ so wenig Ambition in Sachen Ökologisierung und Bodenschutz zeigt, bekommt die Antwort in Wiener Neustadt. Klaus Schneeberger, seines Zeichens mächtiger ÖVP-Klubobmann im Landtag und Bürgermeister der Allzeit Getreuen, präsentierte eine „Bodenschutz-Offensive“ – das 5-Punkte-Programm geht vielen nicht weit genug.
Zwar wird die maximale Bauplatzgröße im Wohngebiet künftig nur noch 900 m² betragen, doch rückwirkend will man gegen die Betonlawine bei Umwidmungen nicht mehr eingreifen. Weiters stellt man auch kuriose Rechenbeispiele bei Ausgleichspflanzungen sowie „Urban Gardening“ an.
Die Errichtung von 20 Wohneinheiten soll etwa die innerstädtische Pflanzung von zwei (!) Bäumen nach sich ziehen, ab 50 Wohnungen braucht es dann pro Einheit ein Gemüsegarterl von einem Quadratmeter – jedoch nur außerhalb der Innenstadt.
Die Bäume müssen nicht direkt bei Bauprojekten stehen. Es reichen auch Ersatzpflanzungen im Stadtgebiet.
Umweltstadtrat Norbert Horvath (SPÖ)
Umstrittene Ausrichtung
Ein Zuckerl für Bauträger: Die Zahl der teuren Pkw-Stellplätze kann bei guter Öffi-Anbindung künftig verringert werden, günstigere Fahrradplätze seien aber Pflicht.
Für Schneeberger und Umweltstadtrat Norbert Horvath ist das Paket „ein umweltpolitischer Meilenstein“. Grünbewegte Bürger fühlen sich da wohl eher „gepflanzt“!












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