Energie-LR Geisler:

Milliarden € nötig, um Stromnetz zu stabilisieren

Tirol
06.07.2022 19:00

Kleine Windkraftanlagen gibt es bereits in Tirol, größere wären höchstens in Skigebieten denkbar - mit großen Sicherheitsabständen. Das wahre Problem liegt aber woanders.

Windenergie ja oder nein in Tirol? Diese Frage beschäftigte Mittwoch auch den Landtag. „Wir sind ja nicht im Burgenland“, erteilte Energie-Landesrat Josef Geisler einer Offensive ähnlich wie bei der Wasserkraft eine deutliche Absage. In Tirol gebe es bereits rund ein Dutzend kleinere Windkraftanlagen. Grün-Klubchef Gebi Mair berichtete: „Am Reschen stand ein Windrad und es ist niemandem aufgefallen!“ Es sei auch nicht aufgefallen, dass es dieses nun nicht mehr gibt. Mit anderen Worten: Entscheidungen für die Windkraft seien reversibel.

Breite Wege auf die Berge
Maximal ein Prozent des Energiebedarfs sei durch Windkraft abzudecken, sagte Geisler. Wenn, dann seien Windräder erst ab einer Seehöhe von 1800 Metern sinnvoll, weil nur dort jahresdurchgängig ein Wind von 6,5 Metern pro Sekunde herrscht. Die Installation von Anlagen setzt aber den Bau breiter Wege ins Gebirge voraus, die mit schweren Lkw befahren werden können. Zudem bestehe das Problem der Stromkabel ins Tal.

Gefahr wegfliegender Eisbrocken
Heißt unter dem Strich: Einzig Skigebiete seien als Standort denkbar, dort müssten aber 500 Meter Sicherheitsabstand eingehalten werden und es bestehe die Gefahr wegfliegender Brocken von vereisten Rotorblättern, berichtete Geisler von Expertengesprächen. Tirol habe im Zuge der Energie-Strategie Tirol 2050 bereits 100 Wasserkraftwerke umgesetzt. Als nächstes sei das Stromnetz dran: „Die Tinetz muss in den nächsten Jahren riesige Summen investieren, um das Stromnetz stabiler zu machen“, kündigte der Energie-Landesrat an.

Autobahn einspurig: „Destaster“
Die Brennerautobahn wegen der Lueg-Brücke einspurig: Laut Geisler „ein Desaster“. „Wir werden ein Chaos verhindern“, versprach er. Die Opposition wollte wissen, wie: Erster Schritt sei eine Kapazitätsstudie, dann Umleitungen, Fahrverbote und zusätzliche Dosiertage. Eine Sperre für Lkw sei nicht möglich.

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