Gekommen waren neben Bundespräsident Heinz Fischer und Kanzler Werner Faymann – sie unterzeichneten das Volksgruppengesetz – alle Ortstafel-Verhandler. Für Staatssekretär Josef Ostermayer und Landeschef Gerhard Dörfler gab es Lob quer über die Parteigrenzen hinweg: Die respektvolle Diskussion mit allen Beteiligten habe den Erfolg ermöglicht. Gedankt wurde auch den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden, die ihrerseits viele Stunden mit der Bevölkerung diskutiert hätten.
"Ein guter Kompromiss"
"Das Problem Ortstafeln ist im Laufe der Jahre eher immer schwieriger geworden", blickte Fischer zurück. Noch vor zehn Jahren wäre die jetzt erzielte Lösung vermutlich gescheitert: "Es ist ein guter Kompromiss geworden, er dient der Reputation von Kärnten und Österreich." Den aus Wien schönsten Vergleich fand Dörfler: "Aus den Stolpersteinen sind Pflastersteine für eine gemeinsame Zukunft geworden."
Faymann verwies darauf, dass es angesichts der schrecklichen Ereignisse in Norwegen wichtig sei, der Jugend konstruktive Diskussion vorzuleben. Marjan Sturm meinte als Sprecher der Slowenen-Verbände: "Die Arbeit ist nicht abgeschlossen, aber wir haben eine gute Grundlage geschaffen." Kritiker aus den eigenen Reihen – wie etwa Valentin Inzko und der Rat der Slowenen – wolle man wieder ins Boot holen.
Zweisprachige Tafel "kratzt niemanden"
Unter den Bürgermeistern herrschten unterschiedliche Meinungen. Gottfried Wedenig aus Eberndorf zeigte sich besorgt: "Ich hoffe, dass es zu keine Konflikten oder Unruhen kommt." Der Eisenkappler Franz Josef Smrtik war dagegen "sehr guter Stimmung. Die beiden Volksgruppen leben jetzt schon friedlich und erfolgreich miteinander." Ingo Appé aus Ferlach: "Die zweisprachige Tafel in Windisch-Bleiberg steht seit Jahren und kratzt niemanden."
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