Hilfe unerwünscht
Miliz bezeichnet Hungersnot als “pure Propaganda”
Die Miliz hatte erst Anfang Juli erklärt, sie werde angesichts der katastrophalen Lage erstmals seit zwei Jahren wieder internationale Organisationen in Südsomalia zulassen - "ob muslimisch oder nicht-muslimisch", wie es hieß. Nun dürften sie ihre Meinung allerdings wieder geändert haben.
Die 1998 gegründete Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und will am Horn von Afrika einen islamischen Staat errichten. In der Vergangenheit hatten die Rebellen immer wieder Hilfsgüter zerstört, geplündert oder weiterveräußert und unter anderem "Sicherheitsgebühren" von UN-Organisationen gefordert.
WHO: Mehr als Hälfte der Somalier braucht Hilfe
Die Lage am Horn von Afrika ist ernst, die Vereinten Nationen und zahlreiche humanitäre Organisationen rufen seit Wochen zu Spenden für die Menschen in den am schlimmsten betroffenen Gebieten in Somalia, Äthiopien und Kenia auf. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO brauchen alleine in Somalia mehr als die Hälfte aller Bürger dringend humanitäre Hilfe. Die WHO-Beauftragte für Somalia, Marthe Everard, schätzte die Zahl am Freitag in Genf auf 3,7 Millionen Menschen. Zu Beginn des Jahres seien es noch 2,4 Millionen gewesen.
In Teilen der von der Dürre betroffenen Regionen sei inzwischen die Hälfte der Bevölkerung unterernährt. Die tägliche Todesrate liege bereits bei über sechs je 10.000 Menschen. Im Süden Somalias seien 554.000 Kinder unterernährt, was einem von drei Kindern entspreche. Weitere Probleme bereitet laut Everard die steigende Zahl von Masern-Erkrankungen in der Hauptstadt Mogadischu.
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