Was soll das alles? Und was ist wirklich wichtig im Leben? Fast zweieinhalb Jahre Pandemie und schon mehr als 100 Tage grausamer Krieg mitten in Europa prägen unseren Alltag auch in Oberösterreich mit Sorgen und Problemen. Da stellt sich immer öfter die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Wert von gewissen Dingen und nach dem Rang diverser Ziele. Da ist einiges in Bewegung gekommen, zeigt die aktuelle Familienbefragung des Linzer IMAS-Institutes.
Natürlich empfinden die meisten Menschen in Oberösterreich, dass die Zeiten in der Pandemie viel herausfordernder geworden sind und dass die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf das Leben in unserem Heimatland groß sind. Aber was bringt da am ehesten etwas Licht und Trost in den Tag?
„Meine Familie und Freunde haben mir da besonders geholfen“, sagen 63 Prozent der Oberösterreicher insgesamt und sogar 73 Prozent der Familien mit Kindern bis 14 Jahre im Haushalt. Auch die Hoffnung, nämlich auf ein baldiges Ende der Pandemie, ist ein starker Faktor und liegt mit 55 bzw. 56 Prozent auf Platz 2 der Trostspender. Auf Platz 3 kommen die Natur und die Spaziergänge, die 53 bzw (mit Kindern) 56 Prozent nennen. Weit abgeschlagen kommen der Glaube an Gott bzw. Religion an sich auf nur 18 bzw. 16 Prozent, was aber immer noch doppelt so viel ist wie Ablenkung durch Kulturangebote (9 Prozent) oder Hilfe durch professionelle Unterstützung (7 Prozent).
Welche Lebensziele wichtiger wurden
Jeder Mensch hat bestimmte Vorstellungen davon, was er im Leben vor allem erreichen möchte - worin er/sie also am ehesten den Sinn des Lebens findet. IMAS wollte wissen, welche Lebensziele in dieser schwierigen Zeit an Bedeutung eher zugenommen oder eher abgenommen haben. „Bewusst zu leben“ (49 Prozent Saldo zugunsten der Wertsteigerung) und „Gesund zu leben“ (45 Prozent) haben da Hochkonjunktur. „Vieles zu wissen und neugierig zu bleiben“ ist ein Ziel, das mit 34 Prozent auch sehr im Aufwind ist.
Auch ein harmonisches Familienleben (Saldo 29 Prozent) ist wichtiger geworden. Ein ausgeglichenes und ruhiges Leben führen zu können hat mit 26 Prozent Zuwachssaldo auch an Zuspruch gewonnen. Vorne liet auch eher ein Wunsch für das Lebensumfeld denn ein konkret anstrebbares Ziel, nämlich „Frieden auf der ganzen Welt“ mit 24 Prozent. Ist da „Erfolg im Beruf“ wichtig? Schon, aber der Saldo liegt nur mit 7 Prozent im Positiven; bei Familien mit Kindern unter 14 immerhin mit 12 Prozent.
Wer will sich noch alles leisten können?
Negativsaldos, also Lebensziele, die an Wichtigkeit verloren haben, gibt es bei den Oberösterreichern insgesamt nur zwei: „In Wohlstand leben und sich alles leisten können“ bringt es auf einen Saldo von minus 1 Prozent, „Einfluss haben im öffentlichen Leben“ auf minus 2 Prozent. Sich politisch zu engagieren ist nachrangig wie eh und je, hier beträgt der Saldo plus 1 Prozent. Wer Kinder unter 14 hat, meint, dass politisches Engagement doch wichtiger wäre (plus 8 Prozent), aber auch, dass man sich möglichst viel leisten können sollte (plus 9 Prozent).
Sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
Jedenfalls sei die Familie für die meisten Menschen „ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten“, schließt Politiker Manfred Haimbuchner (FPÖ) aus dieser Befragung. Er ist Familienreferent in der oö. Landesregierung. Angesichts der großen Teuerungs-Sorgen verweist er einerseits auf „die breite Palette an Unterstützungsmaßnahmen“ durch das Land gerade für Familien mit Kindern, andererseits meint er aber auch, dass die Bundesregierung gefordert sei, hier „echte und nachhaltige Entlastungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen“. Erfreulich findet es Haimbuchner, „dass es gerade Familie und Freunde sind, die in schwierigen Zeiten Rückhalt geben“.
Die Eckdaten der IMAS-Umfrage
Der Vollständigkeit halber finden Sie hier die Eckdaten der Familienbefragung durch das IMAS-Institut. Es waren 1037 face-to-face Interviews zwischen 6. April und 2. Mai, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren. 216 der Befragten leben mit Kindern bis 14 Jahren im Haushalt. Die maximale Schwankungsbreite für die Gesamtgruppe beträgt +/- 3,0 Prozentpunkte.
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