Tschernobyl-Ruine
Ukraine baut neuen Sarkophag um Schrott-Reaktor
Zwar gebe es weltweit keine Erfahrung mit dem Bau einer solchen Stahlbetonkonstruktion, "aber wir sind optimistisch, dass die Arbeiten bis 2015 abgeschlossen sein werden", sagte der Sprecher. Das Geld für das Projekt wird von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung verwaltet. Im April hatte die ukrainische Regierung eine internationale Geberkonferenz in Kiew für den provisorisch abgedichteten Reaktorblock veranstaltet, bei der alleine rund 550 Millionen Euro zusammengekommen waren.
Bau seit 1994 immer wieder verschoben
Experten fordern schon lange, den seit 1992 geplanten und immer wieder verschobenen Bau schnell in Angriff zu nehmen. Im schlimmsten Fall drohe ein Einsturz der provisorischen und rissigen Schutzhülle aus Beton und Stahl. Die Folge wäre ein neuer Ausstoß großer Mengen radioaktiven Materials, warnte die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Lebensdauer der momentanen grau-blauen Schutzhülle sei zwar bis 2016 berechnet, seit einem leichten Erdbeben im Jahr 1990 bröckele jedoch die Bausubstanz.
Strahlung 400 Mal stärker als in Hiroshima 1945
Der Reaktorblock 4 war am 26. April 1986 explodiert. Eine kilometerhohe Feuersbrunst wirbelte über Tage radioaktive Teilchen in die Luft, die Strahlung war 400 Mal stärker als beim US-Atombombenabwurf auf die japanische Stadt Hiroshima 1945. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 10.000 Menschen an den Folgen der Katastrophe starben. Ausgehend von der Ukraine breitete sich die Wolke über weite Teile Westeuropas aus, bis heute sind Böden mit radioaktiven Stoffen wie etwa Cäsium-137 belastet.
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