Teurer Kompromiss
Bank of America zahlt Geschädigten 8,5 Mrd. Dollar
Damit sind zwar die meisten Rechtsstreitigkeiten, die auf den 2008 übernommenen Immobilienfinanzierer Countrywide zurückgehen, aus dem Weg geräumt. Doch die Einigung reißt ein tiefes Loch in die Bilanz - allein im zweiten Quartal rechnet die Bank of America mit einem Nettoverlust von bis zu 9,1 Milliarden Dollar.
"Lieber eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"
Vorstandschef Brian Moynihan machte am Mittwoch deutlich, dass er lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende will. Die Bank müsse sich von ihren Altlasten und Risiken befreien, um wieder auf die Beine zu kommen, sagte er. Eine Kapitalerhöhung sei aber trotz der enormen Belastungen nicht zu erwarten. Auch an der Börse herrschte Erleichterung: Die Bank-of-America-Aktie legte vorbörslich vier Prozent zu.
Investoren fühlten sich betrogen
Zu den Investoren, die den Vergleich erstritten haben, gehören unter anderem die New Yorker Notenbank, der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock, die Allianz-Tochter Pimco, aber auch deutsche Landesbanken wie die BayernLB und die LBBW. Sie alle fühlten sich beim Ankauf von verbrieften Hypothekenkrediten - ein vermeintlich lukratives Investment - betrogen, als die Blase auf dem US-Häusermarkt platzte. Sie warfen der Bank of America vor, dass diese Papiere, die als Mitauslöser der schweren Finanzkrise gelten, nicht den wahren Wert der zugrundeliegenden Hypotheken widerspiegelten.
Die Investorengruppe hatte noch im vergangenen Herbst damit gedroht, den Streit vor Gericht auszutragen. Seither liefen im Hintergrund Verhandlungen über eine Einigung - angespornt von einem Vergleich, den die Bank bereits mit staatlichen Immobilienfinanzierern ausgehandelt hatte.
Bank rechnet mit weiteren Milliarden-Belastungen
Die 8,5 Milliarden Dollar, die die Bank of America jetzt auf den Tisch legt, sind mehr als dreimal so viel, wie sie einst für Countrywide bezahlt hatte. Das ist wohl aber noch nicht das Ende der Fahnenstange: Die Bank rechnet mit mindestens 5,5 Milliarden an weiteren Belastungen für ähnliche Rechtsstreitigkeiten. Auch andere Branchengrößen müssen Analysten zufolge nun zittern: Die Einigung dürfte Bedeutung für die gesamte US-Finanzbranche haben, prognostizieren Experten. Sie rechnen damit, dass Investoren nun den Druck auf andere Banken wie Wells Fargo oder JPMorgan Chase erhöhen.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.