Zehn Jahre Gefängnis
Somalischer Pirat von belgischem Gericht verurteilt
Der Somalier war im November 2010 vor der kenianischen Küste durch die EU-Anti-Piraten-Mission "Atalanta" gefasst worden, als er sich gerade an einem Übergriff auf ein weiteres Schiff namens "Petra 1" beteiligte. Anschließend wurde er von drei Crew-Mitgliedern der "Pompei" als einer der Angreifer identifiziert.
Das Schiff war nach 71 Tagen in der Gewalt der Piraten freigekommen. Laut belgischen Medienberichten wurde ein Lösegeld von 1,94 Millionen Euro gezahlt. Der Somalier hatte zugegeben, beim Angriff auf die "Petra 1" an Bord des Piratenschiffs gewesen zu sein, bestritt aber, von den Plänen der Besatzung, die "Pompei" zu kapern, gewusst zu haben. Vor Gericht hatte der in der Akte als "Pirat 001" geführte Somalier die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, niemals an Bord des Schiffes gewesen zu sein. Das Gericht in Brüssel sah seine Schuld jedoch als erwiesen an und folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
Ruf nach Internationalem Straftribunal für Piraten
Der erste europäische Prozess gegen Piraten aus Somalia fand im Vorjahr in den Niederlanden statt. Mitte Juni verurteilten die Richter des Rotterdamer Amtsgerichts die fünf Angeklagten zu je fünf Jahren Gefängnis. In Hamburg zieht sich indes der Prozess gegen zehn mutmaßliche Piraten aus Somalia bereits über sechs Monate hin. Die für den Prozessausgang entscheidene Frage nach der Motivation der Somalier dürfte dabei schwer zu beantworten sein.
Max Johns vom Verband Deutscher Reeder verwies deshalb im Mai auf die Idee der Vereinten Nationen, eine Art Internationales Straftribunal für Piraterie einzurichten. "Es ist doch wenig sinnvoll, wenn sich jetzt überall Juristen und Gerichte auf ein Exotenfach spezialisieren müssen und möglicherweise zu ganz unterschiedlichen Urteilen kommen", meinte der Verbandsvertreter gegenüber dem Rundfunksender "Deutsche Welle".
Piraten vor der Küste Somalias haben im laufenden Jahr immer häufiger zugeschlagen. Seit Jahresanfang zählte das Internationale Maritime Büro (IMB) 154 Angriffe auf der wichtigen Schifffahrtsroute. Im gesamten Jahr 2010 seien lediglich 219 Angriffe registriert worden. 21 Schiffe seien 2011 schon entführt worden und würden derzeit vermisst. Derzeit würden mehr als 400 Seeleute als Geiseln festgehalten.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.