Wer "Resident Evil: The Mercenaries 3D" spielt, muss mit seinen Speicherständen leben. Zwar kann das Spiel noch einmal durchgespielt werden, um die Bilanz zu verbessern, doch komplett neu starten ist nicht möglich.
Wie "GiantBomb" berichtet, hat Publisher Capcom dazu erklärt: "In 'Resident Evil: The Mercenaries 3D' wird jeder Missionsfortschritt direkt im Modul des 3DS gespeichert, wo er nicht zurückgesetzt werden kann. Das Spiel bietet von Natur aus einen hohen Wiederspielwert, um die Scores in Missionen zu verbessern." Einen Grund für die Unlöschbarkeit von Spielständen gab Capcom nicht an - den Gebrauchtmarkt habe man mit der Entscheidung aber nicht schwächen wollen, so die Firma.
Gebrauchtkäufer und Freunde im Nachteil
Gerade diesen Verdacht äußern aber Spielejournalisten und erzürnte Gamer. Schließlich sehen zahlreiche Publisher den Second-Hand-Markt als ebenso geschäftsschädigend an wie Raubkopien: Die Spiele wandern durch mehrere Hände, ohne dass die Hersteller daran verdienen. Nicht nur Gebrauchtkäufe, auch das Verleihen an Freunde wird durch das neue Speichersystem wenig erfreulich.
Strategie trägt in Japan bereits Früchte
In Japan, wo "Resident Evil: The Mercenaries 3D" bereits Anfang Juni erschienen ist, trägt Capcoms Strategie laut "GiantBomb" bereits Früchte. Gebrauchte Cartridges würden dort zu einem Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises angeboten. In Österreich erscheint das Spiel am 1. Juli.
Gebrauchtkäufer müssen für Online-Funktionen zahlen
Dem Second-Hand-Markt entgegenzutreten, versuchen derzeit verschiedene Spielehersteller. Publisher-Riese Electronic Arts (EA) tritt am vehementesten auf. So liegt EA-Sports-Titeln ein einmal gültiger Code, der sogenannte Online-Pass, bei. Nur durch diesen erhält der Spieler Zugang zum Online-Multiplayer-Modus. Auch bei anderen EA-Games wie zum Beispiel "Mass Effect 2" und "Dragon Age: Origins" lockt die Firma Erstkäufer mit nur einmal gültigen Codes, die exklusive Inhalte oder DLCs freischalten. Besitzer einer gebrauchten Version können den Online-Pass für etwa 10 US-Dollar nachkaufen. Auch THQ verlangt von Gebrauchtkäufern diese Summe zur Freischaltung von Online-Funktionen und DLCs. Ubisoft und Sega haben ebenfalls ihr Interesse an einer solchen Einnahmequelle bekundet.
Es gibt jedoch auch Kritik an dieser Vorgehensweise. So sagte etwa Strauss Zelnick, Vorstandsvorsitzender von Take-Two, in einem Interview, EA schlage mit dem Online-Pass den falschen Weg ein. Neukäufer seien so nicht zu gewinnen. Auch der deutsche Entwickler Crytek hat bei "Crysis 2", in dem der Online-Multiplayer eine große Rolle spielt, die Integration des Online-Pass von Publisher EA verweigert.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.