Schicksalstory

Nach der Geburt von ihrer Mama im Wald ausgesetzt

Oberösterreich
07.05.2022 18:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Als Kind nicht erwünscht und im Wald ausgesetzt, dann ein Horrorleben als Vollwaise, später eine Krebserkrankung: Die Linzerin Monika Gyarmati (49) über ihr bewegtes Leben.

Was für eine starke Frau! Die gebürtige Ungarin Monika Gyarmati aus der „Paprika-Region“ Kalocsa wirkt im Gespräch kämpferisch: „Mich hat das Leben gelehrt, nie aufzugeben, immer aufzustehen. So schnell kann mich nichts mehr umhauen.“ Dabei hält die Präsidentin des Linzer Kindergarten & Krabbelstube-Vereins „Brüderchen und Schwesterchen“ die Hand eines Mädchens und eines Buben: „Wenn wir Liebe und Frieden in der Welt erfahren möchten, dann müssen wir bei den Kindern anfangen!“ Gyarmati will, dass anderen Kindern ein Schicksal wie sie es erfahren musste, erspart bleibt.

Stark unterkühlt
Als Baby wurde sie von ihrer Mutter im Wald ausgesetzt: „Stark unterkühlt wurde ich Gott sei Dank durch Zufall gefunden. Es war lange nicht sicher, ob ich überlebe. Diesen ersten Kampf im Leben habe ich gemeistert.“ 
Sie wuchs im Waisenhaus auf, mit sechs Jahren kam sie zu Adoptiveltern: „Mein Adoptivvater war Arzt, leider schwerer Alkoholiker, hat mich oft geschlagen.“

Flucht nach Linz
Mit 14 flüchtete sie nach Linz, wo sie ein Uni-Professor unterstützt hat. Matura nachgeholt, Medizinstudium nach der Geburt ihres Sohnes Gil (22) abgebrochen. In der Gastronomie verdiente sie ihren Lebensunterhalt. Sie überlebte eine Schilddrüsen-Krebserkrankung und einen Vorderwand-Herzinfarkt. Gyarmati: „Diese Schicksalsschläge haben mich stärker gemacht, ich habe im Leben noch viel vor.“

Reinhard Waldenberger/Kronen Zeitung

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