Bankraub mal anders

US-Institut von Ex-Manager um 19 Mio. Dollar erleichtert

Ausland
28.06.2011 13:46
Bankraub einmal anders: Eine ehemalige Führungskraft soll die US-Großbank Citigroup um mehr als 19 Millionen Dollar, umgerechnet 13,4 Millionen Euro, erleichtert haben. "Der Angeklagte hat sein Wissen um die Vorgänge in der Bank genutzt, um den ultimativen Insider-Job zu drehen", sagte die zuständige US-Bundesstaatsanwältin Loretta Lynch am Montag in New York City.

Der Trick soll simpel, aber effektiv gewesen sein: Laut Anklage hat sich der 35-jährige Gary Foster (Bildmitte) zwischen Juli und Dezember vergangenen Jahres mehrfach Firmengelder auf sein Privatkonto bei einer anderen Bank überwiesen. Die Transfers hat er demnach als Zahlungen aus tatsächlich existierenden Verträgen getarnt.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" soll sich der Banker mit den ergaunerten Millionen sechs Immobilien geleistet haben. In seinem Haus in Englewood Cliffs nahe New York City sei ein Entertainment-System für eine halbe Millionen Dollar eingebaut worden - inklusive Badezimmer-Spiegeln, die sich auf Knopfdruck in Fernseher verwandeln. Auch habe er einen Maserati und einen BMW besessen, ein Ferrari sei bestellt.

Die Zeitung berief sich auf eine eingeweihte Person. Die sagte auch, dass der Mann zuletzt weniger als 100.000 Dollar im Jahr verdient habe, das sind umgerechnet 70.000 Euro. Sein Job bei der Citigroup bestand darin, sogenannte Derivate-Geschäfte zu beaufsichtigen. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um Finanzwetten. Anfang des Jahres verließ der Banker die Citigroup.

Bank wurde erst bei Routinekontrolle stutzig
Der Bank fielen die ungewöhnlichen Überweisungen erst Monate später bei einer Routinekontrolle auf. Sie informierte daraufhin die Staatsanwaltschaft und das FBI. Die Polizei nahm den ehemaligen Citigroup-Manager am Sonntag direkt am New Yorker Großflughafen JFK fest, als der Mann mit einer Maschine aus Bangkok eintraf.

Die Anwältin des Bankers sagte bei einer Anhörung am Montag, ihr Mandant sei sofort in die USA zurückgekehrt, als er von den Vorwürfen gegen ihn erfahren habe. Sie werde die Anklagepunkte prüfen. Einstweilen befindet sich der ehemalige Citigroup-Mitarbeiter gegen eine Kaution von 800.000 Dollar auf freiem Fuß. Bei einer Verurteilung drohen ihm nach Angaben der Staatsanwaltschaft 30 Jahre Gefängnis.

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