"Ocarina of Time 3D" folgt dem klassischen Muster aller Zelda-Titel: Als junger Abenteurer Link ist es die Aufgabe des Spielers, das Märchenland Hyrule vor dem Untergang zu bewahren und die Prinzessin Zelda zu retten. Dass diese Geschichte weder spannend ist noch aufwändig präsentiert wird, muss man verzeihen - Zelda-Titel zeichnen sich eben nicht durch ihre Story, sondern durch exzellentes Gameplay aus. Und hier zieht das Spiel immer noch alle Register.
Es gibt viel zu tun!
Das Action-Adventure motiviert mit Erfolgserlebnissen: Schnell hat man erste Dungeons erforscht, Rätsel gelöst, Herzteile geborgen, Feenteiche entdeckt, Ausrüstung erbeutet und neue Orte erkundbar gemacht. Je länger man spielt, desto offener und größer wird "Ocarina of Time 3D": Die weiten Landschaften erkundet man bald auf dem Rücken eines treuen Pferdes, das mit einer Flöte - der Ocarina der Zeit - herbeigerufen wird. Das Spielen der Flöte ist simpel, aber nützlich - beispielsweise darf man damit sogar die Tageszeiten beeinflussen, denn manche Aufgaben lassen sich nur im Dunkel der Nacht lösen.
Die grafisch schlichte Spielwelt platzt förmlich vor Inhalten: Geheimnisse, Rätsel, Verstecke allerorten - wer sich auf die Suche begibt, wird oft dafür belohnt. Zudem gibt's reichlich Nebenaufgaben: Wer mag, darf sich im Bogenschießen oder Angeln versuchen, Tauchwettbewerbe meistern oder seine sauer verdienten Rubine im Glücksspiel verpulvern. Nach einigen Spielstunden lernt der Spieler sogar, sieben Jahre in die Zukunft zu reisen - als gealterter Link erforscht man das deutlich veränderte Hyrule so gleich ein zweites Mal.
Spannende Dungeons, veraltete Kämpfe
Dungeons sind das Highlight aller Zelda-Spiele und "Ocarina of Time 3D" macht da keine Ausnahme: Die Tempel, Verliese und Kerker sind vertrackt aufgebaut und fordern dem Spieler Orientierungssinn und Kombinationsgabe ab. Außerdem finden sich hier die wichtigsten Gegenstände im Spiel: Erst mit Bumerang, Bogen, Bomben und vielem mehr besitzt der Spieler die nötigen Werkzeuge, um neue Bereiche zu erkunden und die vielen Gegner zu besiegen. Das Kampfsystem wirkt nach rund 13 Jahren allerdings etwas angestaubt - spektakuläre Effekte und wilde Fechtanimationen gibt's hier leider nicht.
Trotz der mäßigen Inszenierung machen die Kämpfe Spaß, denn viele Gegner erfordern bestimmte Taktiken und Vorgehensweisen. Damit die Gefechte nicht zu unübersichtlich werden, darf man Feinde auf Wunsch auch mit einer Zielmarkierung belegen. Allerdings ist die automatische Kameraführung nicht immer perfekt, hin und wieder rutscht der Blickwinkel in ungünstige Positionen - dies sind Momente, in denen man dem Spiel sein hohes Alter anmerkt.
Notiz- und Hilfesystem verbesserungsfähig
Obwohl "The Legend of Zelda: Ocarina of Time" in fast allen Punkten überzeugt, gibt es ein paar wenige Wermutstropfen. Eine praktische Notizfunktion etwa, wie man sie aus den DS-Abenteuern "Phantom Hourglass" und "Spirit Tracks" kennt, bietet das 3DS-Game leider nicht. Zwar kann der Nutzer über den 3DS in jedem Spiel Notizen anlegen, allerdings werden diese ohne zugehörige Karte abgespeichert - gerade das hätte bei der umfangreichen Spielwelt aber geholfen. Auch das Hinweissystem ist nicht ideal geraten: Zwei besondere Steine verraten per Videotipp, was der Spieler als Nächstes zu tun hat. Die Reise zu ihnen ist jedoch weit, sodass die meisten Spieler diese Hilfefunktion wohl kaum in Anspruch nehmen werden. Nicht ganz zeitgemäß ist außerdem die Musik - zwar sind die Melodien bekannt und beliebt, doch kommen sie etwas flach daher. Eine Neuinterpretation mit Orchester hätte der 3DS-Version gutgetan.
Gelungenes Remake
Grafisch wurde der Nintendo-64-Klassiker deutlich verbessert: Nintendo ließ viele Texturen überarbeiten und schärfen, was den klobigen Umgebungen mehr Atmosphäre verleiht. Die Charaktermodelle wurden ebenfalls aufgehübscht, allen voran der grün bemützte Held Link, der nun plastischer wirkt. Auch in Innenräumen fügten die Grafiker zig Details hinzu, das Spiel macht hier wieder eine richtig gute Figur. Dennoch entsteht der Eindruck, dass die grafischen Möglichkeiten des 3DS von den Entwicklern nicht ausgenützt wurden - hier wäre mehr möglich gewesen. Sehr gut zur Geltung kommt in "Ocarina of Time 3D" aber der für die Konsole typische 3D-Effekt.
Auch an der Steuerung haben die Entwickler gefeilt. So werden Karte und Inventar nun bequem über den Touchscreen bedient. Häufig genutzte Gegenstände legt man sich auf neue Schnellzugriffstasten, damit gerät das Wechseln der Ausrüstung viel angenehmer. Interessant ist die Möglichkeit, beim Zielen aus der Ego-Perspektive den Bildausschnitt zu verändern, indem man einfach den 3DS vor sich herbewegt - das funktioniert recht gut, lässt sich aber abschalten, wenn man's lieber klassisch mag.
Nintendo hat auch die Master Quest-Version auf das Modul gepackt, das ist eine kniffligere Variante der Urspiels. Obendrein gibt's einen neuen Boss-Rush-Modus. Doch selbst ohne diese Extras wäre das Spiel schon sein Geld wert - wer sich Zeit zum Erkunden nimmt, dürfte locker 30 Stunden und mehr mit Links 3DS-Abenteuer beschäftigt sein.
Fazit: Selbst nach 13 Jahren ist "Ocarina of Time" ein tolles Erlebnis: Zahllose Aufgaben, clever designte Dungeons und zig Geheimnisse am Wegesrand ergeben eine motivierende Mischung, die so gut unterhält wie eh und je. Grafik und Steuerung wurden prima an Nintendos 3D-Konsole angepasst, auch wenn man dem Spiel sein hohes Alter manchmal anmerkt. Am Spielspaß ändert's jedoch nichts - "The Legend of Zelda - Ocarina of Time 3D" ist ein Meisterwerk und damit das erste Highlight für den Nintendo 3DS.
Plattform: 3DS
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 9/10
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