Seit Montagabend hat der Wirtschaftsbund einen neuen Kapitän. Karlheinz Rüdisser soll die Vorfeldorganisation wieder in ruhigere Fahrwasser bringen. Mit der Inseraten-Affäre war am Deck des finanzkräftigsten Bundes der Volkspartei die Meuterei ausgebrochen. Einige Mitglieder hatten davon berichtet, zur Schaltung von Anzeigen in der Wirtschaftsbundzeitung genötigt worden zu sein.
Seit seiner Tätigkeit als Wirtschaftslandesrat und Landesstatthalter durfte sich Karlheinz Rüdisser der Unterstützer aus den eigenen Reihen gewiss sein. Seine sachliche, ruhige, aber auch humorvolle Arbeitsweise kam auch bei der Opposition gut an. Beste Voraussetzungen also, um wieder Ruhe ins Chaos beim Wirtschaftsbund zu bringen, das Vertrauen der Mitglieder zurückzuerobern - und vielleicht auch die aufgebrachten Oppositionsparteien ein wenig leiser zu stimmen.
Interimistischer geschäftsführender Landesobmann darf sich Rüdisser seit Montag nun nennen. Seine große Aufgabe werde es sein, die aufgetretenen Fragen transparent zu klären und die Weichen für einen Neustart zu stellen.
Warten auf Prüfergebnisse angesagt
In der Tat haben nicht nur die Vertreter der Opposition einige Fragen zu den Finanzgeschäften - eine dringliche Anfrage sowie eine Sondersitzung des Landtags am 25. April sollen für mehr Klarheit sorgen - auch die Mitarbeiter des Finanzamts prüfen die Inseratengeschäfte sowie die Überweisung des Wirtschaftsbundes von rund 900.000 Euro. Diese Summe war in den vergangenen acht Jahren an die Vorarlberger Volkspartei geflossen.
Zu all den Fragen wollte sich Rüdisser kurz nach der Bestellung ins neue Amt freilich noch nicht äußern - und erst einmal die Ergebnisse sämtlicher Prüfungen abwarten.
Die Wirtschaftsbundzeitung wurde bereits eingestellt, ansonsten soll der Betrieb ganz normal weiterlaufen. Was die personelle Aufstellung angeht, ist noch vieles offen. „Ziel ist es aber, dass die Hauptversammlung mit Neuwahlen möglichst bald über die Bühne geht“, ließ Rüdisser wissen.
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