Wertschöpfungs-Studie

Geld für Agrarmarketing fließt siebenfach retour

Tirol
13.04.2022 13:30

2000 bäuerliche Betriebe und 380 Produkte stecken hinter der Agrarmarketing Tirol. Abseits reiner Verkaufserlöse wurde nun in einer Studie erhoben, was die Vermarktungsplattform für das Land bringt. Wichtigste Ergebnisse: 38 Millionen Euro für das Bruttoregionalprodukt sowie umgerechnet 420 Vollzeitjobs.

„Beim EU-Beitritt 1995 war die Angst da, dass die Tiroler Landwirtschaft kaputt geht“, blickt Agrar-Landesrat Josef Geisler zurück. Eine der Antworten darauf war die Gründung der Agrarmarketing Tirol – einer für den Konsumenten gut erkennbaren Dachmarke. Mit dem Ziel, sich mit Qualität von globalen Massenproduzenten abzuheben.

Inzwischen haben sich die Produkte mit dem Gütesiegel „Qualität Tirol“ etabliert. Stefan Jenewein von der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung erhob den direkten und indirekten Mehrwert. Wesentliche Kennzahlen:

  • Der Umsatz stieg im Vorjahr von 30 auf 35 Millionen Euro – trotz Corona und den dadurch verursachten Einbrüchen in der heimischen Gastronomie.
  • Ein Großteil dieses Zuwachses kommt direkt der Landwirtschaft zugute, der produzierende Sektor profitierte zusätzlich mit rund 4,5 Millionen Euro.
  • Die Aktivitäten der Agrarmarketing sicherten in Tirol viele Jobs (umgerechnet 420 Vollzeitarbeitsstellen).
  • Die Steuerabgaben summierten sich auf 21,5 Millionen Euro. „Damit ist bis zum Betanken des Traktors alles enthalten“, präzisierte der Studienautor.

Jeder investierte Euro kommt siebenfach retour
Fazit von LHStv. Geisler: „Jeder Euro, den wir in die Agrarmarketing investieren, kommt in Form von fiskalischen Rückflüssen gleich siebenfach retour.“  Er betont, dass damit auch regionale Wirtschaftskreisläufe im Land deutlich gestärkt würden.

Blick in die Zukunft: Großgastronomie im Visier
Beim Pressetermin in „Mair’s Beerengarten“ in der Innsbrucker Altstadt sah sich Agrarmarketing-Chef Matthias Pöschl durch die Studie in seinem Weg bestärkt. Der Blick in die Zukunft: „Wir werden noch mehr den Fokus auf die Großgastronomie und Großküchen legen.“

Häufig gehe es dabei um sogenannte Convenience-Produkte – Erzeugnisse, die ohne viele weitere Arbeitsschritte dem Gast serviert werden können (bis hin zum fertigen Apfelstrudel). Auch eine noch bessere Sichtbarkeit in Selbstbedienungsbereichen, Verkostungen oder Rezeptvorschläge gehören zur Strategie.

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