Audienz in Rom
Papst plädiert für Integration der Roma in Europa
Der Papst rief Europa auf, die Ermordung der Roma während des Zweiten Weltkriegs unter dem Nazi-Regime nicht zu vergessen. "Tausende Frauen, Männer und Kinder sind auf barbarische Weise in den Vernichtungslagern getötet worden. Das europäische Gewissen darf dieses Leid nicht vergessen", meinte der Papst.
"Wohl eurer Kinder soll eurer größtes Bestreben sein"
Die Roma rief Benedikt XVI. auf, sich zu bemühen, anderen Menschen kein Leid zuzufügen und eine neue Seite in der Geschichte ihres Volkes und Europas zu schreiben. "Die Suche nach würdevollen Wohnungen und Beschäftigungen und die Erziehung der Kinder sind die Grundlagen für den Aufbau jener Integration, von der ihr und die ganze Gesellschaft profitieren werdet", meinte der Heilige Vater. Unter den Roma wollen viele Jugendliche ein Leben in der Gesellschaft aufbauen, sagte Benedikt XVI. "Eure Kinder haben Recht auf ein besseres Leben. Ihr Wohl soll eurer größtes Bestreben sein", so der Papst.
An der Papstaudienz beteiligte sich auch die österreichische Romni Ceija Stojka. In ihrer Ansprache vor dem Papst berichtete die 78-Jährige über ihre tragischen Erlebnisse als Kind in den Konzentrationslagern von Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen.
Vier Monate, von Jänner 1945 bis zur Befreiung durch die Alliierten, lebte Stojka in Bergen Belsen buchstäblich unter den Toten. "Ich war ein Kind und sah andere Kinder sterben. Ich lebte unter den Toten und frage mich: Warum? Was haben wir getan? Das kann man nicht vergessen und Europa darf das nicht vergessen", sagte Stojka. Nach ihrer Ansprache wurde sie vom Papst umarmt.
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