Erleichterung im AKH

EHEC-Patientin in Wien kann bereits wieder gehen

Wien
07.06.2011 15:18
Der Zustand der deutschen EHEC-Patientin im Wiener AKH hat sich gebessert. Die 32-jährige Frau ist Herz-Kreislauf-stabil und konnte das Krankenbett bereits kurz verlassen. "Sie ist einige Schritte im Zimmer gegangen", sagte eine Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes. Die 32-Jährige stammt aus dem von EHEC besonders betroffenen deutschen Bundesland Niedersachsen und war bereits mit entsprechenden Krankheitssymptomen nach Österreich eingereist. Sie wird seit Freitag im AKH behandelt.

Auf die Typisierung des Erregers werde man allerdings noch länger als angenommen warten müssen. Zunächst war man davon ausgegangen, dass es Dienstagnachmittag soweit sein würde. Jetzt rechnet man mit einem Ergebnis bis Ende dieser Woche. Dann erst weiß man, ob es sich um eine Infektion mit den aggressiven EHEC-Bakterien und der nachfolgenden Komplikation des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) handelt. Wie bei den Patienten in Deutschland wurde auch bei der 32-Jährigen mit einer Antikörpertherapie begonnen. Wie sie darauf anspricht, werde sich in den nächsten Tagen zeigen, so die KAV-Sprecherin.

Gemüse- und Obstproben negativ
Am Dienstagnachmittag wurde bekannt, dass bisher alle in Österreich gezogenen Proben EHEC-frei waren. Seit 26. Mai wurden österreichweit im Rahmen von Sonderkontrollaktionen 167 Proben von verschiedenem Gemüse und Obst gezogen. Alle seien EHEC-negativ, berichtete Fabian Fußeis, Sprecher des Gesundheitsministeriums. 

Es handelte sich dabei um Proben aus biologischer und konventioneller Produktion von Gurken, Paradeisern, Paprika, Zucchini, Melanzani, Karotten sowie diversen Salaten aus verschiedenen Herkunftsländern wie Spanien, Italien, Griechenland, Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Negative Ergebnisse lagen auch für Obstproben wie beispielsweise Melonen, Nektarinen, Orangen, Zitronen, Pfirsich und diverse Beeren aus den genannten Ländern vor.

Parallel laufen die üblichen Routinekontrollen und zwei schon länger geplante Schwerpunktaktionen bei tierischen Lebensmitteln mit etwa 150 Proben. Am 1. Juni wurden bei einer italienischen Hirschsalami EHEC-Bakterien festgestellt, die aber nicht mit der deutschen Erkrankungswelle in Zusammenhang stehen.

Opferzahl nach unten korrigiert
Das Robert-Koch-Institut in Deutschland hat mittlerweile die Zahl der Todesopfer durch den EHEC-Keim nach unten korrigiert. Seit Beginn des Ausbruchs sind in Deutschland somit 21 Menschen an dem Darmkeim oder der Folgeerkrankung HUS gestorben. Bayern habe das Institut am Dienstag darüber informiert, dass sich ein bereits gemeldeter EHEC-Todesfall nicht bestätigt habe.

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