Blitzumfrage

Ukraine-Krieg trifft oö. Wirtschaft massiv

Oberösterreich
22.03.2022 12:23

Es ist der befürchtete Dominoeffekt, der langsam eintritt. Steinchen für Steinchen zieht der Krieg immer mehr Lebensbereiche mit in die Krise. Immer mehr Unternehmen in Oberösterreich haben Schwierigkeiten, die Konsequenzen langfristig zu stemmen. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der Wirtschaftskammer. Am härtesten betroffen sind der industriell-gewerbliche Sektor sowie der Transportbereich.

84 Prozent der Unternehmen spüren eine starke Belastung, so das Hauptfazit der Umfrage. Zum Großteil wirken die Folgen indirekt, vor allem die Sparte Transport & Verkehr bemerkt die Auswirkungen ganz extrem. Direkte Betroffenheit lässt sich besonders in der Industrie sowie im Bereich Banken & Versicherungen wahrnehmen. Einzig in der Sparte Information und Consulting (IC) ist die Lage aktuell weniger kritisch. Hier gaben 48 Prozent der Befragten an, den Krieg weder direkt noch indirekt zu spüren.

Energiepreise und Rohstoffen als größte Herausforderung
Die negativsten Effekte zeigen sich überwiegend im Mangel von Rohstoffen und Materialien (73 Prozent) sowie der Verfügbarkeit von Energie (56 Prozent). Rund 30 Prozent der Befragten berichteten auch über zunehmende Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern im Kriegsgebiet bzw. in Russland. Heftig spüren die heimischen Unternehmen vor allem die gestiegenen Kosten für Energie (84 Prozent) bzw. die steigenden Preise für Rohstoffe und Vorprodukte (78 Prozent). Die Hälfte aller oö. Wirtschaftstreibenden fürchtet darüber hinaus auch eine Eintrübung der Konsumentenstimmung.

Laute Forderung nach Entlastung für Betriebe
Die in der Umfrage am häufigsten genannten Forderungen an die Bundesregierung waren eine Senkung der Energie- und Treibstoffpreise bzw. wirksame Förderungen in diesem Bereich. Außerdem wurden Steuersenkungen, eine Sicherstellung der Lieferung von Rohstoffen aus den betroffenen Gebieten (z. B. Erdgas) und arbeitspolitische Maßnahmen für die Flüchtlinge aus der Ukraine als wichtige Notfallmaßnahmen genannt.

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Die Ergebnisse dieser Umfrage decken sich genau mit dem trüben Stimmungsbild, das wir im täglichen Kontakt mit unseren Mitgliedsbetrieben wahrnehmen.

Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich

Doris Hummer von der Wirtschaftskammer Oberösterreich fordert daher klare Entlastungen für Unternehmer von politischen Verantwortungsträger. Den massiven Verteuerungen im Energie-, Treibstoff- und Rohstoffbereich müsse mit ebenso massiven staatlichen Entlastungsmaßnahmen begegnet werden. „Wir spüren außerdem die große Bestürzung bei den heimischen Betrieben über den russischen Angriffskrieg ganz grundsätzlich“, so Hummer. 

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