Mi, 23. Jänner 2019

Gegenschlag

01.06.2011 08:51

USA wollen Cyberangriffe mit Krieg beantworten

Die USA wollen schwere Hackerangriffe aus dem Ausland künftig als Kriegshandlung einstufen können und damit militärische Gegenschläge ermöglichen. Dies sehe die erste ausgefeilte Cyberstrategie des Pentagon vor, die in wenigen Tagen veröffentlicht werden solle, wie das "Wall Street Journal" am Dienstag berichtete.

"Wenn jemand unser Stromnetz herunterfährt, werden wir vielleicht eine Rakete seinen Schornstein hinuntersenden", zitierte die Zeitung einen Vertreter des US-Militärs. Das 30 Seiten starke Dokument ist die erste offizielle Cyberstrategie des US-Verteidigungsministeriums, die in Kürze vorgestellt werden soll. Darin kommt das Pentagon dem "Wall Street Journal" zufolge zu dem Schluss, dass die Regeln des Kriegsvölkerrechts auch auf dem virtuellen Schlachtfeld gelten - obgleich die zugrundeliegenden internationalen Verträge nicht ausdrücklich auf Cyberangriffe Bezug nehmen.

Auge um Auge, Zahn um Zahn
Grundlage sei das Prinzip der "Gleichwertigkeit", schreibt die Zeitung. Sollte eine Cyberattacke etwa Todesopfer, Schäden und Zerstörung oder eine maßgebliche Unterbrechung des öffentlichen Lebens in den USA nach sich ziehen, behalte man sich das Recht einer angemessener Vergeltung durch militärische Gewalt vor.

Die Androhung militärischer Gegenschläge zum Teil der Cyberstrategie zu machen, verfolge zunächst vor allem das Ziel, potenzielle Hacker abzuschrecken. Sie gründe zudem auch auf der Einschätzung, das großangelegte Angriffe auf die Infrastruktur der USA, etwa auf Atomkraftwerke, U-Bahnen oder Öl- und Gasleitungen nur möglich sind, wenn Hacker Informationen von ausländischen Regierungen erhalten.

Einsatz von Waffengewalt wirft Fragen auf
Nach Informationen der Zeitung ist innerhalb der Streitkräfte aber noch umstritten, wann ein Cyberangriff schwerwiegend genug ist, um den Einsatz militärischer Gewalt zu rechtfertigen. Außerdem stehe zur Debatte, ob sich die USA jemals vollkommen sicher sein könnten, wer genau hinter einer Attacke stehe.

Neuartige Bedrohungen wie Cyberangriffe bekommen in den strategischen Überlegungen der Militärs weltweit immer größere Bedeutung. Im vergangenen Herbst verabschiedete die NATO eine neue Bündnisstrategie, laut der sich die Mitgliedsstaaten auch gemeinsam gegen Attacken aus dem Internet wappnen wollen.

Chinas Cyberarmee löst Besorgnis aus
Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass China heimlich eine Cyberarmee rekrutiert hat (siehe Infobox) - ob die amerikanischen Pläne auch aufgrund dieser Erkenntnis erstellt oder öffentlich gemacht wurden, ist unklar. Die "Blaue Armee" soll China offiziell vor Hackern schützen, könnte jedoch auch für Angriffe genützt werden, spekuliert der Westen. Seit Jahren wird China für Hackerattacken auf westliche Institutionen und Firmen verantwortlich gemacht.

Hackerangriff auf US-Rüstungskonzern
Die USA waren im November 2008 Ziel eines Cyberangriffs geworden, als ein Computervirus in ein geschütztes Militärnetzwerk eingeschleust wurde. Am Wochenende erklärte der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin, Mitte Mai einen "bedeutenden und hartnäckigen Angriff" auf das hauseigene Computersystem abgewehrt zu haben. Der Konzern beliefert im großen Stil die US-Regierung.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Ethnische Daten
Rekrutierungs-Affäre: 100.000 Euro Strafe für PSG
Fußball International
87-Jährige als Opfer
Entführungs-Krimi in der Esterhazy-Dynastie
Burgenland
Seit Mai ohne Tor
Mario Balotelli wechselt von Nizza zu Marseille
Fußball International
Muskelverletzung
Tottenham wochenlang ohne Dele Alli
Fußball International
Der „Prinz“ ist da
Boateng: „Ich wäre auch nach Barcelona gelaufen“
Fußball International
Flugzeug verschwunden
Guardiola zu Sala-Tragödie: „Wir hoffen noch!“
Fußball International
Kommt aus Finnland
Austria holt 19-jährigen Stürmer Sterling Yateke
Fußball National
2:1 gegen Bahrain
Südkorea zittert sich ins Asien-Cup-Viertelfinale
Fußball International
Verhandlungen stocken
Rapid: Verpflichtung von Maurides geplatzt
Fußball National
Nicht zurechnungsfähig
Ehefrau ins Koma geprügelt - Täter muss in Anstalt
Oberösterreich
Eder ausgeschieden
Paraski-WM: Keine RTL-Medaille bei den Damen
Wintersport
Neo-Kicker präsentiert
Boateng bei Barca: „Messi ist ein großes Geschenk“
Fußball International
Premier League
Platzsturm: Geldstrafe für Arnautovic-Klub
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.