Do, 20. September 2018

Mit Harley-Fahrt

30.05.2011 09:05

Sarah Palin heizt Spekulationen über Kandidatur an

Die erzkonservative US-Republikanerin Sarah Palin hat mit einer medienwirksamen Fahrt auf einer Harley-Davidson Spekulationen über eine Präsidentschaftskandidatur 2012 angeheizt. Die 47-jährige Ex-Gouverneurin von Alaska und fünffache Mutter nahm am Sonntag gemeinsam mit Zehntausenden Motorradfahrern an dem jährlichen "Rolling Thunder"-Zug teil, der vom Pentagon im Bundesstaat Virginia in die Hauptstadt Washington führt und zu Ehren von Kriegsveteranen veranstaltet wird.

Zum "Memorial Day" am Montag wird in den USA der Kriegstoten gedacht. An der Veranstaltung am Sonntag nahmen auch Palins Ehemann Todd sowie ihre Töchter Bristol und Piper teil. "Es gibt keine bessere Art, Washington D.C. zu sehen, als auf dem Rücken einer Harley", erklärte die Republikanerin.

Vor der Fahrt wurde Palin auf einem Parkplatz des Pentagon von jubelnden Anhängern begrüßt. Sie signierte T-Shirts und Poster. Viele Fans riefen sie auf, für die Wahl 2012 zu kandidieren. Palin selbst ging auf Fragen zu ihren politischen Plänen nicht ein. Sie wies den Vorwurf zurück, die Veranstaltung für politische Zwecke zu missbrauchen. "Ich bin eine Amerikanerin", sagte sie dem Sender CNN. "Ich bin hier, um Veteranen zu unterstützen."

"Untrügliche Zeichen für Kandidatur"
Mit der Fahrt leitet Palin auch eine Bustour entlang der Ostküste der USA ein, die vom Aufbau her einer Wahlwerbeveranstaltung ähnelt. Die Reise durch mehrere historische Stätten dient ihrem Büro zufolge dazu, US-Amerikaner über die Philosophie hinter der Gründung des Landes zu informieren. Mit ihrer großen Familie im Schlepptau, ließ sie den Bus in den Farben der US-Flagge rot-weiß-blau anmalen und mit einem riesigen Bild der amerikanischen Verfassung verzieren. Alles "untrügliche Zeichen, die auf ihre Kandidatur hindeuten", schrieb die "Chicago Sun-Times" am Sonntag.

Auf der Suche nach einem Herausforderer gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama hagelte es bei den Konservativen zuletzt Absagen. Medienbegabte Politiker wie der Baptisten-Prediger Mike Huckabee oder schillernde Personen wie der Milliardär Donald Trump verzichteten reihenweise. Außerdem zeigten sich viele Republikaner unzufrieden mit den bisherigen Kandidaten ihrer Partei für den Urnengang im kommenden Jahr und wollen, dass Palin antritt.

Film über Palins Leben in den Kinos
Diese hat neben der Bustour und einem Umbau ihrer Website auch einen Film über ihr Leben autorisiert, der im kommenden Monat in Iowa anlaufen soll. In dem Bundesstaat beginnen im Februar die Vorwahlen. Zudem soll Palin Berichten zufolge ein Haus in Arizona gekauft haben, von wo aus sie eine Kampagne starten könnte. Schließlich liege es logistisch gesehen wesentlich zentraler als ihr entlegener Heimatstaat Alaska.

Ob sie wirklich antritt, lässt Palin beharrlich offen. Zwar kokettiert sie seit Langem, es mit Obama aufnehmen zu können. Aber etwas scheint sie von einer Entscheidung abzuhalten. Es mag die Sorge sein, bei einer Rückkehr auf das politische Spielfeld eine Menge Geld zu verlieren. Palin hat es sich an der Seitenlinie bequem gemacht: Als Kommentatorin beim rechten TV-Sender "Fox News", mit Büchern und Auftritten als Rednerin verdient sie Millionen.

Doch hinsichtlich ihrer politischen Ambitionen sollte man die Ex-Gouverneurin nach Einschätzung mancher Experten nicht unterschätzen. Zwar tritt sie bei Interviews noch immer in Fettnäpfchen und macht eher Schlagzeilen auf den Klatschseiten als in politischen Feuilletons. Aber genau diese Schwächen helfen ihr, sich als Politikerin zu präsentieren, die dem Volk aufs Maul schaut und ein Sprachrohr der Unzufriedenen ist.

"Wir müssen Amerika wiederherstellen"
Ohne ihren Einsatz für die Basisbewegung am rechten Rand der Republikaner - die populistische Tea-Party-Gruppe - hätte die Partei nicht so gut bei der letzten Kongresswahl abgeschnitten. Palin gilt wegen ihrer rhetorischen Fähigkeiten als Leitfigur - und das ohne offiziellen Posten. Auch wenn sie Slogans wie "Wir müssen Amerika wiederherstellen, wir müssen die Ehre Amerikas wiederherstellen" ohne Details im Raum stehen lässt, die Menschen jubeln ihr dafür zu.

Palin war bei der Wahl 2008 überraschend als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten an der Seite des Senators John McCain nominiert worden. Der Demokrat Obama ging jedoch als Sieger aus der Präsidentenwahl hervor.

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