„Krone“-Kommentar

Emmanuel Macron: Der letzte Draht zu Putin

Kolumnen
02.03.2022 06:00

In der Diplomatie gibt es auch und ganz speziell in Konfliktsituationen die ganz oben stehende Maxime, niemals die letzte Tür zuzuknallen, soll heißen, in jeder Situation, in jedem Fall noch einen letzten Gesprächskanal offen zu lassen. Das gilt natürlich auch im Krieg um die Ukraine. Im Konflikt mit Putin, der dieses wahnsinnige Morden angezettelt hat und seinen blutgetränkten Plan ohne Rücksicht weiterzieht.

Der letzte Draht zu Wladimir Putin ist Emmanuel Macron. Der französische Präsident war schon vor dem Ausbruch des Krieges - als viele einfach noch nicht glauben wollten, dass es wirklich so weit kommen würde - die Person, die mit Putin am besten umgehen konnte. Die Gespräche zwischen den beiden dauerten viele Stunden. Persönlich oder per Telefon. Und der Kreml-Chef meinte einmal, Macron sei der Einzige, mit dem er „vernünftig“ sprechen könne.

Gebracht haben diese Gespräche nichts, wie die Welt bitter erfahren musste. Dennoch hat der französische Präsident jetzt neuerlich den Kreml-Chef angerufen. Und Putin hat abgehoben.

Anlässlich der „Friedensgespräche“ zwischen Russland und der Ukraine, die in den kommenden Tagen fortgesetzt werden sollen, verlangte Macron, dass jegliche Angriffe auf Privatpersonen und Wohnhäuser eingestellt und speziell jene Straßen, die im Süden aus Kiew hinausführen, abgesichert werden müssten.

Zumindest Letzteres dürfte er vorerst erreicht haben. Ein bitterer Erfolg.

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