„Am schönsten ist es, wenn wir später nicht mehr sagen können, wer welchen Satz geschrieben hat“, erzählen Marie Lucienne Verse und Selma Matter von ihrem gemeinsamen Schreibprozess als Matter*Verse. Als Duo erlangten sie das Thomas-Bernhard-Stipendium, ihr Stück „Alice verschwindet“ kommt ans Landestheater.
Mit ihrem gemeinsamen Theatertext „Alice verschwindet“ haben sich Matter*Verse gegen 40 weitere Bewerber durchgesetzt. Nun sind die Thomas-Bernhard-Stipendiaten in Linz, um das Stück zu vollenden. Eine Erleichterung für den Arbeitsprozess, sitzen die beiden jungen Frauen doch normalerweise in verschiedenen Städten: Berlin und Leipzig. Auch wenn beide weiterhin auch alleine Texte schreiben, hat es vor allem in der Zusammenarbeit „klick“ gemacht: „Wir beschäftigen uns mit ähnlichen Themen, nähern uns aber von unterschiedlichen Enden einem Text“, erklären sie. Mittels gegenseitiger Interviews finden sie zu Beginn Thema und Zugang, auch während des Schreibprozesses sind paradoxerweise 50 Prozent der Arbeit Gespräche. Gemeinsame Online-Dokumente ermöglichen dann das gegenseitige Überarbeiten und Weiterschreiben.
Nonverbale Gewalt in vielen Familien
„Alice verschwindet“ soll sich um drei Schwestern drehen, die nach dem Verschwinden ihrer Mutter aus einer Betreuungsanstalt zusammenkommen und deren Lebensfaden aufnehmen: „In vielen Familien gibt es nonverbale Gewalt, es wird nicht über Probleme gesprochen. Wir schreiben hier sozusagen in einer Lücke“, so Marie Lucienne Verse (27) und Selma Matter (24), die mit ihrem Stück auch eines hervorheben wollen: „Geschichten über ältere Frauen werden kaum geschrieben.“
Lesung am Samstag
Einen Vorgeschmack auf das neue Stück und weitere Texte der Stipendiatinnen können Besucher am kommenden Samstag bei der Lesung „Der Himmel reißt auf und ein Feld rollt sich aus“ entdecken. Mit dabei auf der Studiobühne auch die Schauspielerinnen Corinna Mühle, Cecilia Perez und Lorena Emmi Mayer.
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