22.02.2022 06:00 |

Immer mehr hören auf

Ausgebrannte Wiener Lehrer bekommen Schützenhilfe

Zu viele Schüler pro Klasse, Sprachbarrieren und explodierende Administration - die ÖVP Wien warnt vor einem Lehrernotstand und sammelt jetzt Ideen und Lösungsvorschläge von Betroffenen.

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Seit Monaten wird Bildungssprecher Harald Zierfuß nicht müde, auf den bevorstehenden Lehrernotstand in Wien hinzuweisen. Der ÖVP-Gemeinderat, der selbst Bundesschulsprecher war, kennt die Probleme in den Klassenzimmern: „Im Schnitt verlassen 30 Lehrer im Monat ihren Job an einer Wiener Schule. Es ist in der Bundeshauptstadt, speziell wegen der massiven Sprachprobleme und der vielen Schüler in den Klassen, eine besonders herausfordernde Situation“, sagt der 21-Jährige.

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In Wien ist die Situation für Lehrer, speziell wegen der massiven Sprachprobleme und der vielen Schüler in den einzelnen Klassen, ganz besonders herausfordernd.

Harald Zierfuß, Bildungssprecher ÖVP

108 Stellen an Pflichtschulen unbesetzt
„Dazu kommt eine bevorstehende Pensionierungswelle, denn knapp ein Drittel der Pflichtschullehrer ist über 50 Jahre alt.“ Unterstützung bekommt er von ÖVP-Obmann Karl Mahrer: „58 Prozent der Wiener Schüler haben eine andere Muttersprache als Deutsch. Die Situation in Wien ist also nicht vergleichbar mit den anderen Bundesländern.“ Auch der durch Corona gestiegene administrative Aufwand senkt die Attraktivität des Berufs. In Wien sind im Pflichtschulbereich 108 Stellen unbesetzt.

„Müssen Sorgen in Lösungen ummünzen“
Jetzt feiert die Oppositionspartei einen politischen Erfolg: Die Bildungsdirektion lädt am 31. März zu einem Ständigen Beirat, ein Gremium mit 40 Interessensvertretern, zum Thema Lehrerarbeitsplatz: „Zum Glück wird reagiert. Wir erwarten uns, dass die Sorgen und Ängste der Lehrer in Lösungen umgemünzt werden“, so Mahrer, „denn ausgebrannte Lehrer sind ein Problem für unsere Kinder.“

Es braucht Quereinsteigermodelle
Die Volkspartei setzt auf Einbindung: „Wir rufen Lehrer, Eltern und Direktoren dazu auf, sich mit ihren Vorschlägen zur Bekämpfung des Lehrermangels in Wien aktiv einzubringen! Die Probleme werden wir dann im Ständigen Beirat aufs Tapet bringen.“ Auf www.mitreden-jetzt.at/lehrernotstand können sich Betroffene einbringen. Den Verantwortlichen in der Stadt ist die Dringlichkeit des Themas bewusst. „Gut ausgebildete Lehrer sind in ganz Österreich gesucht“, bestätigt Bildungsdirektor Heinrich Himmer. „Wir tun alles, damit Wien ein attraktiver Arbeitsplatz bleibt. Es braucht neue Quereinsteigermodelle und eine Reform der Ausbildung.“

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