10.01.2022 18:00 |

ÖVP lässt prüfen

Gleich viele Lehrer - aber vollere Klassen in Wien

Obwohl der Bund allen Bundesländern nach den gleichen Kriterien denselben Anteil an Lehrern pro Schüler finanziert, kommen in Wien weniger Pädagogen auf mehr Schüler. Die ÖVP prüft nun.

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Jedes Bundesland bekommt je nach Schüleranzahl Planstellen für Lehrkräfte finanziert. Wobei für Deutschförderung, Mittelschule und Tagesbetreuung an Wiens Schulen Extra-Planstellen vergeben werden. Trotz dieser Gleichbehandlung saßen im Schuljahr 2019/20 in Wiener Volksschulen durchschnittlich 21,7 Schüler in einer Klasse. Das ist weit mehr als in anderen Bundesländern, in Niederösterreich etwa waren es nur 18,4 Kinder. Im Burgenland nur 16,7.

In der Metropole sind Volksschulklassen daher um 3,1 Schüler größer als im Bundesschnitt. Auch in Mittelschulen sind die Klassenzimmer um zehn Prozent voller als in Niederösterreich.

Einsatz von Pflichtschullehrern wird geprüft
Aber wenn die Lehrer nicht in der Klasse stehen, wo sind sie dann? Die ÖVP Wien lässt nun den fachgerechten Einsatz von Pflichtschullehrern vom Stadtrechnungshof prüfen. „Es kann nicht sein, dass vom Bund finanzierte Lehrer von der Stadt Wien für administrative oder sonstige Aufgaben eingesetzt werden“, kritisiert der türkise Bildungssprecher Harald Zierfuß.

Wiener Bildungsbereich ist besonders gefordert
Dabei ist es gerade angesichts der größeren Herausforderungen im Wiener Bildungssystem dringend notwendig, dass jeder einzelne Lehrer auch tatsächlich dort eingesetzt wird, wo dieser eingesetzt werden soll.

Schlechtere Ergebnisse bei Bildungsstandards
Der Anteil von Schülern mit nicht-deutscher Umgangssprache in Volksschulen liegt bei 58,5 Prozent - in einigen Bezirken sogar über 80 Prozent, etwa in Margareten mit 88 Prozent. Das wirkt sich auch auf die der Ergebnisse der Bildungsstandards aus: In Lesen haben 81 Prozent der Wiener Pflichtschüler die Bildungsstandards nicht (45 Prozent) oder nur teilweise ( 36 Prozent) erreicht.

Auch in Mathematik wurden ähnlich schlechte Ergebnisse erzielt. Hinzu kommt, dass sich zehn Prozent der Wiener Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren weder in Beschäftigung, Ausbildung noch Trainings befinden. Dieser Anteil ist der höchste unter allen deutschsprachigen Städten.

Reform bei Lehrerzuteilung sorgte für Aufschrei
Erst im Juni vergangenen Jahres hatte die Reform bei der Lehrerzuteilung für einen Aufschrei an Wiens Schulen gesorgt. Circa 100 der 500 Wiener Pflichtschulen hatten seit Beginn des Schuljahres weniger Ressourcen, etwa weil es weniger Klassen gibt. Bei den Mittel- und Volksschulen steigt sogar die Hälfte mit weniger Posten aus. Auch an vielen Brennpunktschulen wurden Stunden gekürzt. Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr verteidigte die Reform.

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