Salzburg ist seit Jahren die Fußball-Hauptstadt Österreichs. Kaum mehr zu glauben, dass die Mozartstadt auch einmal Handball-Hochburg war. Dieser Tage jährte sich der dritte und bislang letzte Staatsmeistertitel des UHC zum 50. Mal. Am 29. Jänner 1972 hatten Matthias „Hias“ Klampfer, Peter Bogenhuber, Willi Erlenbusch und Co. Bärnbach in der Riedenburghalle mit 13:10 besiegt, den Titel perfekt gemacht.
In fünf Jahren gleich vier Salzburger Meistertitel
Es war dies der dritte Streich nach 1968 und 1969, zudem war 1971 der SAK Meister. Es gab somit in fünf Jahren gleich vier Salzburger Handball-Titel!
Bei allen UHC-Meisterstücken war Rückraumspieler Sigi Schrofner dabei. Einmal im Jahr trommelt er die Truppe von damals zusammen. „Leider lebt Trainer Ludwig Payreder nicht mehr. Aber wir hatten das Glück, dass wir zehn Jahre eine echte Mannschaft waren, zusammen gewachsen sind“, sagte der 77-Jährige. 16 bis 18 Spieler und Funktionäre, wie Sektionsleiter Ernst Dioszeghy, freuen sich stets auf ein Wiedersehen.
„Es ist hoch hergegangen“ in der „Riedenburg“
Auch an das besagte Spiel vor 50 Jahren gegen Bärnbach in der legendären „Riedenburg“ (dort stehen mittlerweile Wohnbauten) erinnert er sich. „Es war eine gute Stimmung vor ein paar hundert Zuschauern. Und es ist hoch hergegangen.“
100 Schilling bei Auswärtsfahrten als „Lohn“
Das Liga-System war erst 1970 eingeführt worden. Der UHC war dann zweimal Vizemeister – im dritten Anlauf klappte es mit dem (dritten) Meistertitel. Als „Lohn“ gab es eine runde Medaille. Die hat für Schrofner daheim nach wie vor einen besonderen Platz.
Zum Verdienen gab es damals nichts. „Bei Auswärtsspielen haben wir 100 Schilling fürs Essen bekommen. Die waren schnell verbraucht“, erinnert sich Schrofner. Aber es war eine schöne Zeit. „Wir sind zu Europacupspielen nach Holland, Dänemark, Deutschland oder Jugoslawien gefahren. Im Ostblock waren alle Spitzenteams daheim.“
Nach Abstieg 1978 begann eine Odyssee
1978 stieg der Klub in die Staatsliga B ab. Dann begann eine wahre Odyssee mit Spielgemeinschaften, Auflösung und Neu-Aufbau. Mittlerweile ist der UHC in der HLA Challenge wieder Teil der 2. Liga – aber nach wie vor weit entfernt von Erfolgen wie damals.
Live in der Halle war Schrofner – auch aufgrund der Corona-Situation – lange nicht mehr. „Aber ich habe vor, beim nächsten Heimspiel hinzuschauen“, ist die Handball-Lust ungebrochen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.