Nachhaltiger Wald

Winterzeit ist Erntezeit mit Naturverstand

Kärnten
16.02.2022 12:01

Im Forstgut Wallersberg der Familie Benger in Kärnten herrscht jetzt Hochsaison. Hier wird so lange Schnee liegt, Holz „geerntet“ - mit Sachverstand, Naturverstand und viel Liebe.

Schau, da, wenn Du nur in diese Richtung schaust, siehst Du fünf, sechs Baumarten„, führt Christian Benger, studierter Forstwirt und Ex-Politiker, mit sicht- und hörbarer Begeisterung durch einen seiner Wälder. Er kennt jeden Weg, jeden “Schlag", hat für jedes Gelände einen Plan. Was dort wächst, was, wann entnommen, also geerntet werden kann, und was danach gedeihen soll.

Wobei: Hier im Wald wird nicht kurzfristig gedacht, hier geht es gleich einmal um Generationen. „Wenn Du etwa eine Schwarznuss pflanzt, das ist ein Baum mit extrem edlem und wertvollem Holz, dann haben vielleicht Deine Kinder was davon; oder die Enkel“, sagt Benger und geht zu einem frisch gefällten Baumstamm, eine Fichte: „Man kann ihn lesen wie ein Buch. Wo er gute Jahre hatte, wann es ihm zu dunkel wurde, wann wieder mehr Licht da war. Und vor allem, wie alt er ist.“

Aus einem Stamm holt der umsichtige Forstmeister gleich mehrere Holzqualitäten; für Sägewerke, für spezielle Produkte wie Furniere oder Fensterkantel, ein wenig für den Export, dann für die Papier- und Plattenindustrie, aber natürlich auch Brennholz. Der Baum wird zur Gänze genutzt.

Nadelbäume in Kärnten

  • Fichte
  • Tanne
  • Lärche
  • Kiefer
  • Zirbe

Christian Benger betreibt das Forstgut gemeinsam mit seiner Frau Christiane. Waldarbeiter werden saisonal über spezialisierte Firmen angefordert. Wobei nicht jeder in die 900 Hektar des Gutes Wallersberg darf. „Es geht um Naturverstand“, lautet Bengers Motto auch hier. Wo es geht, werden Bäume einzeln entnommen und möglichst schonend „gebracht“. Und deshalb ist hier der Winter die Erntezeit: Weil der Boden durch Schnee und Frost geschützt ist und nicht so viel Schaden nimmt. Weil die Stämme – vor allem beim Laubholz – weniger Wassergehalt aufweisen. Weil dadurch die Qualität höher ist. Und weniger Schädlinge lauern. Und weil es ohne Laub auf den Ästen sicherer ist beim Arbeiten.

„Ich will einen klimafitten und nachhaltigen Wald“
Benger: „Bei uns wird so gut wie kein Kahlschlag gemacht. Wir durchforsten, weil ich will einen nachhaltigen Wald. Da werden vor allem die stärksten Stämme entnommen. Und es geht darum, den Wald dadurch klimafit zu machen; Licht zu schaffen, Wasser auf den Boden kommen zu lassen, damit sich Neues entwickeln kann. Wir können aber im Wald nichts über Nacht ändern und nur korrigierend eingreifen. Das dauert.“

Wie viele Baumarten so ein Wald in Höhenlagen bis 900 Meter in Südkärnten aufweist? „Zwölf fallen mir sofort ein“, schwärmt Christian Benger: „Vor allem natürlich Fichte, Tanne, Buche und Kiefer. Aber auch Besonderheiten gibt’s bei uns; etwa die Douglasie, ein großartiger Baum.“ Für diese Sorte hat das Gut Wallersberg sogar einen eigenen Saatgut-Bestand aufgebaut. Für den steigen Spezialisten bis in die Baumkronen und ernten die Zapfen. Eine Baumschule zieht dann die Setzlinge, die wir verwenden und auch verkaufen“, erzählt der Forstmeister.

Laubbäume in Kärnten

  • Buche
  • Eiche
  • Esche (bedroht)
  • Ahorn
  • Ulme
  • Robinie
  • Vogelkirsche
  • Eberesche
  • Wildapfel
  • Holzbirne
  • Birke
  • Erle
  • Linde
  • Salweide

Auch für Buchen hat er eigenes Saatgut. Und was er noch fördert? „Die Tanne etwa ist für mich eine Baumart der Zukunft.“

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