Di, 22. Jänner 2019

Nach Protestwelle

11.05.2011 14:08

Abschiebung droht: Kirche gewährt Gambier Asyl

Im Fall des von der Abschiebung bedrohten Gambiers Lamin Jaiteh hat sich jetzt die Evangelische Kirche eingeschaltet. Sie werde dem 20-Jährigen ein Kirchenasyl gewähren, hieß es am Mittwoch. Superintendentin Luise Müller wolle den Mann in ihrem Amtssitz in Innsbruck aufnehmen, um ihm "Schutz und Unterkunft" zu bieten.

Mit dieser Maßnahme wolle sie den Behörden die Gelegenheit geben, diesen komplexen Bleiberechtsfall noch einmal eingehend zu prüfen, so die Superintendentin, die andernfalls eine "voreilige Abschiebung noch vor Ausgang einer grundlegenden Prüfung" befürchtet. Mit einem Kirchenasyl hatte bereits Pfarrer Josef Friedl aus Ungenach in Oberösterreich Aufmerksamkeit erlangt als er Arigona Zogaj bei sich aufnahm.

"Kirche muss einspringen"
"Wo Recht und Menschlichkeit unter die Räder kommen, muss die Kirche einspringen", meinte der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Michael Bünker. Auch er unterstütze die Vorgehensweise. Der Ausschuss für Diakonie und soziale Fragen der Evangelischen Kirche in Österreich habe sich in einer Sitzung am Dienstag solidarisch mit der Entscheidung zum Kirchenasyl der Diözese Salzburg und Tirol erklärt.

Als "großzügiges Angebot der Evangelischen Kirche Österreich" bezeichnete Ingrid Felipe, Landessprecherin der Tiroler Grünen, die Aktion. Mit der Solidarisierung mit Lamin Jaiteh und diesem Angebot sei eine "neue Dimension erreicht" worden. "Eine ruhige Insel, wo er sich sicher fühlt, ist jetzt ganz wichtig für Lamin", sagte sie in einer Mitteilung.

Sitzblockade verhinderte Abschiebung
Rund 200 Menschenrechtsaktivisten hatten bereits am Montagabend vor der Polizeistation in Hall für den Gambier demonstriert und mit einer friedlichen Sitzblockade dessen Abschiebung vorerst verhindert (siehe Infobox).

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