Skurriles Hörspiel

Satire zum Nachdenken mit den „Herrgottszeiten“

Tirol
30.01.2022 19:00
Ein Tiroler Ort, ein Kloster und drei Mönche. So stellt sich die Ausgangslage für das skurrile, rotzfreche und respektlose Hörspiel „Herrgottszeiten“ dar. Mehr als 70 junge Kunstschaffende waren an der Produktion beteiligt. Sind wir ehrlich: Trägt nicht jeder von uns ein wenig der fiktiven Gemeinde „Brunzing“ in sich?

Sie sind jung, sie sind rotzfrech und der scheinbar notwendige Respekt fehlt ihnen zudem auch. Aber das sind im Grunde genommen alles Tribute, welche im Bewusstsein der schon gemäßigteren, älteren Generation meist unliebsam sind. Trotzdem stellen sie ein tief verankertes Vorrecht der Jugend dar. Doch Hand aufs Herz: Wer von uns verspürte in seinen jüngeren Tagen nicht hin und wieder den „Revoluzzer“ in sich?

Spöttische Darstellung und eine Hommage an früher
Im letzten freien Jahr bevor Corona die Welt in Geiselhaft nahm, trafen einander der 30-jährige Radiomoderator und Geschäftsführer des Kulturvereins „LoR. Legends of Rock“, Michael Klieber, und der 28-jährige Außerferner Musiker Sebastian Schweiger, um über ein gemeinsames Projekt zu sinnieren. Schnell war klar: Ein Hörspiel soll es werden – eines über Tirol, über eine fiktive Gemeinde im Außerfern, über ein Kloster mit drei Mönchen, über ein Dorf mit skurril überzeichneten individuellen Geschichten, die so nur das „Hörspiel-Leben“ schreiben kann.

Die beiden Initiatoren sehen in diesem Projekt auch eine Hommage an die alten Kinderhörspiele – beispielsweise „Die drei Fragezeichen“ – sowie auch eine spöttische Darstellung des Heimatlandes. Die Geschichten, Charaktere und Dialoge spiegeln den Tiroler Alltag auf satirische Art und Weise wider, was in erster Linie unterhalten soll, aber durchaus auch kritisch hinterfragt werden darf.

Einzigartiges Vorhaben mit rund 70 Mitwirkenden
Das Hörspiel „Herrgottszeiten“ spielt in einer fiktiven Gemeinde im Außerfern, in welcher ein Kloster mit drei Mönchen beheimatet ist. Wobei diese drei „gottesfürchtigen“ Männer in das weltliche Dorfleben hineingezogen werden und hier stark überzeichnete Geschichten erleben.

Nach einem zwei Jahre andauernden Schreibprozess mussten sich Klieber und Schweiger eingestehen, dass es sich mittlerweile nicht mehr um ein kleines, privates Projekt handelte, sondern um ein einzigartiges Vorhaben, das Tirol in dieser Größenordnung noch nie gesehen hat. Mehr als 70 Musiker, Schauspieler und auch Radiosprecher beiderlei Geschlechts wurden angeworben, um am Projekt mitzuarbeiten. Und das Tonstudio von Christian Larese in Völs wurde zum perfekten Ort, um das Hörspiel in einem professionellen Rahmen aufzunehmen.

Eigenkompositionen sind die Würze des Hörspieles
Ein Hörspiel ohne Musik ist wie eine Suppe ohne Salz. Die notwendigen musikalischen Elemente zur Abrundung der Texte wurden von Sebastian Schweiger komponiert. Man kann sie in drei Kategorien unterteilen: Musik zur Untermalung des Hörspiels, Musik in der Story und Radio Hits. Radio Hits deshalb, da ein fiktiver Radiosender namens „Wolke 1“ ein satirisches Spiegelbild der beliebtesten Sender im Land darstellt und einen wichtigen Teil im Plot des Hörspiels ausmacht. Hierzu betont Klieber: „Musikalisch war es unser Anliegen, eine Mischung aus Satire und hochwertiger Produktion zu schaffen. Ja, die meisten Songs können mit einem Augenzwinkern angehört werden, trotzdem steht die Qualität an erster Stelle. Die Musik unseres Hörspiels ist professionell komponiert, eingespielt und produziert. Satire hin oder her, wem die Musik gefällt, der wird Freude an ihr haben.“

„Herrgottszeiten“ nun frei zum Streamen erhältlich 
Vor wenigen Tagen wurde das Hörspiel „Herrgottszeit“ auf sämtlich verfügbaren Streaming-Plattformen kostenfrei veröffentlicht.

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