Schieß auf Ungeimpfte

Twitter-Droher: Nach Anzeige war er reumütig

Oberösterreich
28.01.2022 06:00
„Ich zieh nen Anzug an. Schieß auf alle Ungeimpften. Hab die Schnauze voll“ – mit dieser Drohung auf der Social-Media-Plattform Twitter reagierte ein Welser (47) im Rausch seinen Pandemie-Frust ab. Der Droher wurde angezeigt. In der Einvernahme war er reuig. Sein Betrieb hätte ihn wegen dem Vorfall beinahe entlassen.

Der Welser, der bei einem großen staatlichen Unternehmen angestellt ist, veröffentlichte – wie jetzt bekannt wurde – am 27. November gegen 20 Uhr auf Twitter seine Drohung gegen sämtliche Impfgegner und untermauerte diese, indem er ein Bild seiner Schreckschusspistole, einer Walther P 22 postete. Einige Twitter-Follower reagierten und wandten sich mit Screenshots an die Polizei. Eine Stunde später hatte der 47-Jährige das Posting bereits wieder gelöscht. Da war es aber schon zu spät.

Schriftliche Verwarnung des Arbeitgebers
Bei seiner Einvernahme gab der Verdächtige an, dass er wütend gewesen sei – weil er sich impfen gelassen und an sämtliche Maßnahmen gehalten habe, um zur Normalität zurückzukehren. Der Twitter-Wüterich wird bei der Staatsanwaltschaft Wels angezeigt, ein Waffenverbot wurde verhängt. Der schreibwütige Staatsbedienstete schrammte übrigens nur knapp an einer fristlosen Entlassung vorbei, fasste aber eine schriftliche Verwarnung des Arbeitgebers aus.

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Früher hat man sich im Streit angeschrien und dann war wieder die Luft heraußen. Heute werden die Leute online radikal.

Dagmar Strohmeier ist Professorin an d er FH OÖ in Linz

Hass gegen Gruppen typisch
Doch wie kann es passieren, dass Erwachsene online wieder zu Pubertierenden werden und wie Halbstarke auf „Feinde“ losgehen? Dagmar Strohmeier ist Professorin für Interkulturelle Kompetenz bei der FH Linz und forscht zu Hass im Netz. Typisch für solche Postings ist der Hass gegen Gruppen. Sie sagt: „Es geht gegen Frauen, Ausländer, Muslime oder jetzt eben Impfgegner. Wer solche extremen Sachen schreibt, hat meistens eine generelle Abneigung gegen andere Gruppen, beschäftigt sich vermutlich auch auf ungesunde Weise zu viel mit der Pandemie. Ich finde es gut, dass die Polizei eingeschritten ist. Das zeigt Grenzen auf.“

Nachsatz: „Leider kann man im Internet ganz leicht etwas veröffentlichen, das nie mehr verschwindet. Darauf vergessen viele, die etwas posten. Die Konsequenzen sind aber reale.“

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