Räumung steht an

Lobau-Besetzer haben „schlaflose Nächte“

Die Stimmung im Lobau-Protestcamp kippt, die Besetzer leiden unter schlaflosen Nächten, wie sie sagen. Grund: die drohende Räumung.

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Die Lage im Protestcamp gegen die Stadtstraße im 22. Bezirk spitzt sich zu. Wo vor Kurzem noch fröhlich Hütten gebaut, Diskussionen abgehalten und Erdlochsaunas besucht wurden, ist die Stimmung nun endgültig gekippt. „Immer wenn wir irgendwo Blaulicht sahen, dachten wir, jetzt kommen sie“, erzählt eine der Aktivisten, die die Nacht in der sogenannten Pyramide verbracht haben. „Geschlafen haben wir nicht viel, aber viel geredet, wie es weitergeht. Aufgeben ist keine Option für uns.“

„Duldung zu Ende“
Die gedrückte Stimmung kommt nicht von ungefähr: Am Sonntag verlief das Gespräch mit Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) ergebnislos - wir berichteten. Die Politikerin versicherte aber dennoch, an einer friedlichen Lösung interessiert und weiter für Gespräche offen zu sein. Die Klimaschützer wiederum behaupten, dass sie ihnen per Mail erklärt habe, dass „die Duldung nun zu Ende“ sei. Das fordert nicht nur die FPÖ schon lange, sondern mittlerweile auch die Türkisen.

Die Aktivisten schreiben Geschichten
Auch wenn die Aktivisten nun von schlaflosen Nächten aufgrund der drohenden Räumung geplagt sind - freiwillig das (Bau-)Feld räumen werden sie nicht. „Auch wenn eine Räumung der Baustellen jederzeit als Option im Raum steht - wir werden nicht aufhören zu protestieren, denn hier geht es um unsere Zukunft“, so Lucia Steinwender, Sprecherin von „LobauBleibt“. In der Zwischenzeit hat die Bewegung auch eine eigene achtseitige Zeitung in einer Auflage von 100.000 Stück angefertigt. Darin widerlege man „nachweislich falsche Behauptungen zur Stadtautobahn“ und stelle Personen der Bewegung vor. Sogar die Vorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ, Claudia O’Brien, spricht sich darin gegen die Stadtstraße aus.

Was sind die Kosten?
Aber wer hat eigentlich die „LobauBleibt“-Zeitung in beachtlicher Stückzahl bezahlt? „Das Riesenprojekt wurde durch kleine Spenden finanziert“, sagt Mira Kapfinger, eine der Initiatorinnen. Den genauen Preis wollte man nicht nennen. Da aber alles ehrenamtlich ausgearbeitet wurde, musste man lediglich für den Druck zahlen. In den nächsten Tagen wird es in Wien verteilt.

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