Völlig aus dem Nichts rammte ein erst 16-Jähriger seinem Nachbarn ein Messer in den Bauch – seine zwei kleinen Kindern waren dabei im Nebenzimmer. Auch der Pitbull des Angeklagten sollte als „Waffe“ eingesetzt werden. Und das alles nur, weil seine Ex-Freundin ihm eine Lüge erzählte ...
Der Angeklagte ist gerade einmal 16 Jahre alt und muss sich schon wegen einer der schwerwiegendsten Straftaten überhaupt in Wien vor Gericht verantworten – Mordversuch. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Ex-Freundin war der Auslöser
Am 2. März dieses Jahres stach er seinen Nachbar nieder. Für den 22-Jährigen kam die Attacke völlig aus dem Nichts. Für den Jugendlichen eine brutale Racheaktion. Ausgelöst durch seine Ex-Freundin.
Die Staatsanwaltschaft klagt an: „Sie sagte ihm, das Opfer hätte ihr Kokain angeboten und sie nicht aus der Wohnung lassen wollen, bevor sie etwas konsumieren würde.“ Gegen das Mädchen läuft ein Verfahren wegen Verleumdung.
Das, was vorgefallen ist, wird es aber nicht mehr richten können: Denn der 16-Jährige packte ein Messer ein, nahm seinen Pitbull als Drohkulisse mit. „Mein Mandant bedauert die Tat zutiefst und kann sich seine Handlung heute selbst nicht mehr erklären“, sagt sein Verteidiger Sascha Flatz.
Baby und Kleinkind waren in Wohnung
Der Jugendliche läutete bei seinem 22-jährigen Nachbarn, versetzte ihm sofort einen Schlag ins Gesicht. Danach habe der 16-Jährige dem Opfer das Messer in den Oberbauch gerammt – seine Lebensgefährtin musste zusehen. Und die zwei Kinder; sieben Monate und vier Jahre alt.
Jugendlicher sah Pitbull anscheinend als „Waffe“
Nur, weil die Polizei so schnell vor Ort war, überlebte der 22-Jährige. „Es kam dem Angeklagten geradezu darauf an, das Opfer zu töten“, so die Staatsanwaltschaft. Am Donnerstag wird ihm im Wiener Landl der Prozess gemacht.
Ebenfalls Teil der Anklage: der Pitbull ohne Leine und Beißkorb. Denn die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 16-Jährige das unschuldige Tier im Ernstfall auch als „Waffe“ eingesetzt hätte.
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