Eckpunkte präsentiert

Linzer JKU nimmt die neue Digital-Uni „Huckepack“

Eine „Huckepack-Lösung“: Dieses Wort von Bildungsminister Martin Polaschek veranschaulicht schön, wie die neue Technische Universität für Digitalisierung und digitale Transformation auf die Welt gebracht wird. Die Eckpunkte des Jahrhundertprojekts wurden am Freitag den Medien in einer Videokonferenz von Polaschek, LH Thomas Stelzer und Forschungslandesrat Markus Achleitner präsentiert, wobei Gerhard Eschelbeck, der Leiter der wissenschaftlichen Konzeptgruppe, passenderweise aus dem Silicon Valley zugeschaltet war.

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Dabei wurde endlich auch der Standort der neuen Digital-Uni enthüllt: Sie wird in Linz am Campus der Kepler Uni installiert. Am Anfang wird sie sich in Gebäuden der JKU einmieten, für die weitere Expansion ist an Grundstücke im unmittelbaren Uni-Umfeld in Linz-Auhof gedacht, die in Reserve sind und die das Land Oberösterreich einbringen wird.

Warum dieser Standort am JKU-Campus? Einerseits als Reverenz, also Verbeugung, vor der JKU, wie LH Stelzer sagt. Und weil das Umfeld einer Campus-Uni für die neuen Studierenden reizvoll sein kann und soll. Und drittens, wie Polaschek erläutert, weil die neue TU dort sozusagen Starthilfe bekommen wird.

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Ich persönlich war nie ein Gegner dieser neuen TU. Aber es gab unter den bestehenden Universitäten gewisse Sorgen, dass ihre Budgets eingeschränkt würden. Mit den Leistungsvereinbarungen konnten diese Sorgen aber ausgeräumt werden.

Martin Polaschek

Oder, wie es der Minister formuliert: „Die JKU ist in der ersten Gründungsphase stark unterstützend dabei, mit ihrem vorhandenen administrativen Bereich und ihrem Begleit-Know-how, bis die TU selbstständig sein kann.“ Das „Huckepack“ gilt nämlich nur für den Anfang. Im Endausbau soll die Digital-TU eine eigenständige Uni mit Personal- und Budgethoheit sein.

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Diese Gründung ist für uns fast ein Aha-Erlebnis, weil sie von Anfang an von der zuständigen Ebene übernommen wurde und auch finanziert wird. Sonst sind immer Land und Stadt in Vorleistung getreten. Aber das Land wird mit an Bord sein.

LH Thomas Stelzer

Wann ungefähr wird dies sein? Der Studienstart ist mit 2023/24 geplant, doch werden mit 1. Oktober 2023 noch nicht alle Professorinnen und Professoren bestellt sein, dazu ist die Zeit einfach zu kurz. Das volle Studienangebot soll dann ab 2024 zur Verfügung stehen. „Es macht wenig Sinn, das übers Knie zu brechen“, vertröstet Polaschek. Im Vollausbau sollen 5000 Studierende am Campus lernen.

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Digitalisierung verändert, wie wir leben, arbeiten und lernen. Unsere Absolventen werden digitale Prozesse für innovative Themen wie Mobilität, Klimaschutz und Produktion erforschen und so einen starken Grundstein für die Zukunft legen.

Gerhard Eschelbeck

Was werden sie studieren können? Es wird viel Neues und Interdisziplinäres sein, mit der Besonderheit, dass es Kombinationen aus „künstlerisch-kreativ“ und „digital-technisch“ sein werden. Natürlich nicht als Elfenbeinturm, sondern sehr wirtschaftsorientiert, wie Landesrat Achleitner betont: „Es geht schon darum, aus dem Digitalen Nutzen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu ziehen.“

JKU-Rektor Meinhard Lukas freut sich über eine wegweisende Entscheidung der Politik: „Ich habe von Anfang an vorgeschlagen, die TU am Campus der JKU zu errichten. Damit gibt es nun die besten Voraussetzungen, viele Synergien zu nützen.“

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Freitag, 27. Mai 2022
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