Chalets und Aparthotels sind ein Erfolgsmodell, das oft auch kritisch beäugt wird. Thomas Payr, Geschäftsführer des Marktführers Alps Resorts mit Sitz in Kitzbühel und Hauptniederlassung in der Steiermark, spricht über Corona-Auswirkungen, Auftritten in Gemeinderäten und warum ein Ort vom Geschäftsmodell profitiert.
„Krone“: Herr Payr, wie lief die bisherige Saison und was bedeutete dann die Omikron-Welle?
Thomas Payr: Es war schon desillusionierend, dass sich wieder viele Hoffnungen zerschlagen haben. Wir hatten im Herbst eine starke Buchungslage bis etwa Mitte März. Aktuell gibt es sehr viele Lastminute-Buchungen – also ein bis zwei Tage vor Anreise.
Hat Corona auch positive Perspektiven zu bieten?
In unseren Apartments und Chalets ist man als Familie oder Freundesgruppe allein. Es gibt sonst kaum Gemeinschaftsräume wie in einem klassischen Hotelbetrieb. Auf Englisch wird das Cocooning genannt, also frei übersetzt: sich einigeln.
Sie kämpfen gerade mit den Chaletdörfern mit Imageproblemen – Stichwort heimliche Freizeitwohnsitze.
Die Abneigung ist in Tirol zweifellos größer als in anderen Bundesländern. Aber bei uns gibt weder versteckten Freizeitwohnsitze, noch nehmen wir privaten Wohnraum weg, denn es handelt sich um touristische Flächen. Und wir machen nichts, was eine Gemeinde nicht will. Immer wieder bin ich selbst bei Gemeinderatssitzungen, um unser Konzept vorzustellen. Hinterher ist die Skepsis oft weg.
Welche Vorteile hat ein Ort von einem Aparthotel oder einem Chaletdorf?
Unsere Leute kaufen Skipässe oder sind Kunden der Skischule. Dazu kommen die Ortstaxe und Einkäufe. Nicht jeder kocht sich in der Unterkunft ständig selbst. Wir bieten zudem einen 52-Wochen-Betrieb und peilen rund 200 Vollbelegstage an. Ein ganzer Ort kann profitieren, wenn im November nicht alles zugesperrt wird.
Der häufige Vorwurf besteht ja darin, dass der Investor das Apartment selbst nutzen möchte und es daher ein versteckter Freizeitwohnsitz ist.
Auch hier in Westendorf gab es das Interesse von Investoren, das Apartment zu Weihnachten selbst zu buchen. Allerdings waren wir ausgebucht und so müssen auch Investoren auf alternative Termine ausweichen. Ein Investor wird in diesem Fall nicht bessergestellt.
Kann ein Normalbürger in Ihr Konzept investieren?
Am einfachsten zu handhaben ist es, wenn es pro Projekt nur einen großen Investor gibt. Sonst geht es bei 150.000 Euro los, wenn man in eine der günstigeren Wohnungen investiert.
Weitere Projekte in Tirol?
In St. Johann entsteht das Kitz Alpen Resort, ein Hoteldorf mit 260 Betten. In der Kelchsau die KitzAlps Lodges mit 180 Betten und in Fügen ein Aparthotel mit 140 Betten.
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