So, 19. August 2018

Lkw gerammt

04.05.2011 07:57

Zugekifft Unfall gebaut? Prozess um Streuwagenfahrer

Ein 40-jähriger Streuwagenlenker hat sich am Dienstag wegen eines schweren Verkehrsunfalls, den er am 7. Jänner dieses Jahres im Tiroler Unterland unter Cannabiseinfluss verursacht haben soll, vor dem Innsbrucker Landesgericht verantworten müssen. Bei dem Zusammenstoß wurden der Streuwagenlenker und ein 41-jähriger Lkw-Fahrer schwer verletzt.

Der Streuwagenfahrer hatte von einem Parkplatz kommend den Vorrang eines herannahenden Sattelzugs missachtet, als er auf die B178 auffahren wollte.

Der Lkw krachte daraufhin seitlich in den Streuwagen und wurde in den Straßengraben geschleudert. Der Unfallverursacher war monatelang im Krankenstand, der Lkw-Fahrer bleibt es noch ein weiteres halbes Jahr.

"Ich war durch das Umstellen der Streustärke abgelenkt", beteuert der Kufsteiner. Er gibt seinen Fahrfehler zu, kann sich aber nicht mehr genau erinnern, ob und wann er vor der Kreuzung angehalten hätte. Staatsanwalt Markus Knapp erhebt jedoch schwerere Anschuldigungen als einen reinen Fahrfehler: Der Mann sei "angekifft" unterwegs gewesen und habe bewusst den Verkehr gefährdet. Im Blut des Kufsteiners wurde auch THC nachgewiesen.

Der Anwalt des Angeklagten kontert: "Eine Beeinträchtigung war nicht gegeben" und legt eine Studie aus den USA vor. Diese soll zeigen, dass die gemessenen Blutwerte zu niedrig waren.

Angeklagter: "Ich fühlte mich nicht berauscht!"
Der Angeklagte selbst sagt aus: "Ich habe vor dem Unfall 36 Stunden lang nichts mehr geraucht." Berauscht hatte er sich nicht mehr gefühlt. Sogar als Richter Norbert Hofer den Kufsteiner drauf aufmerksam machte, dass nach so langer Zeit überhaupt kein THC mehr im Blut nachzuweisen sein dürfte, blieb dieser bei der Aussage.

Nun wird ein weiteres Gutachten angefordert, denn die Gerichtsmedizin in Innsbruck zieht die Blutwerte in Zweifel. "Offenbar ein Schreibfehler", erklärt Hofer. Verhandlung vertagt.

von Manuel Diwosch, "Tiroler Krone"

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