Di, 23. Oktober 2018

Studie zum Gedenktag

02.05.2011 14:30

Israel: Noch rund 208.000 Holocaust-Überlebende

66 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs leben in Israel noch rund 208.000 Holocaust-Überlebende. Etwa die Hälfte von ihnen ist älter als 80 Jahre, wie eine Stiftung für Opfer der Shoah am Sonntag in Tel Aviv mitteilte. Die Zahlen wurden vor Beginn des Holocaust-Gedenktags in Israel veröffentlicht, der von Sonntagabend bis Montagabend dauert.

Laut einer Studie, die die Stiftung in Auftrag gegeben hat, sind etwa 74.000 Personen direkte Überlebende der Lager und Ghettos, während es sich bei den restlichen 134.000 Menschen um Holocaust-Flüchtlinge handelt, die den Nationalsozialisten durch Flucht oder im Versteck entkommen konnten.

Immer weniger Zeitzeugen
In den Jahren nach der israelischen Staatsgründung machten Holocaust-Überlebende etwa die Hälfte der Bevölkerung aus. Heute sind es nur noch etwa vier Prozent. Es werde damit gerechnet, dass es in etwa 16 Jahren niemand mehr geben werde, der die Geschichte des Holocaust aus erster Hand erzählen könne, erklärte ein Sprecher der Stiftung.

Nach Angaben der Stiftung haben viele der Überlebenden mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Etwa 40 Prozent berichteten über Einsamkeit, 20 Prozent beklagten, sie könnten im Winter nicht ausreichend heizen. Etwa fünf Prozent gaben an, sie hätten nicht genug zu essen. Viele von ihnen litten unter altersbedingten Gesundheitsproblemen.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass der Bedarf an Hilfe für die Holocaust-Überlebenden in Israel in den kommenden Jahren noch steigen werde, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Elazar Stern. "Die jüngere Generation wird uns nicht vergeben, wenn wir die ältere Generation nicht mit dem Respekt behandeln, den sie verdient hat", sagte Stern.

Gedenkzeremonie und Schweigeminuten
Am Sonntagabend fand in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem die zentrale Gedenkzeremonie statt. Am Montag heulten landesweit zwei Minuten lang die Sirenen in Erinnerung an die sechs Millionen ermordeten Juden. Das öffentliche Leben stand vorübergehend still, Autofahrer und Passanten verharrten im Gedenken an die Opfer.

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